Unterkühlung erkennen und behandeln – Symptome, Erste Hilfe und Evakuierung
Eine Unterkühlung entsteht, wenn der Körper über längere Zeit mehr Wärme verliert, als er erzeugen kann. Dafür braucht es keinen strengen Frost. Nasse Kleidung, Wind, Erschöpfung, fehlende Nahrung, Verletzungen oder ein längerer Aufenthalt im kalten Wasser können bereits bei deutlich höheren Lufttemperaturen zu einer gefährlichen Lage führen. Im Gelände wird die Schwere nicht nach einer vermuteten Körpertemperatur beurteilt, sondern vor allem nach Bewusstsein, Zittern, Koordination, eigener Handlungsfähigkeit und Atmung.
Sofort 112 rufen, wenn eine kalte Person verwirrt, ungewöhnlich still, schläfrig oder bewusstlos ist, nicht mehr sicher stehen kann, trotz anhaltender Kälte nicht mehr zittert oder auffällig langsam beziehungsweise nicht normal atmet. Die Person schonend und möglichst waagerecht behandeln, nicht herumlaufen lassen und nichts zu essen oder zu trinken geben.
1. Was im Körper geschieht
Der Körper schützt zuerst Gehirn, Herz und Lunge. Die Blutgefäße in Haut, Händen und Füßen werden enger, damit weniger warmes Blut an die kalte Körperoberfläche gelangt. Zittern erzeugt zusätzliche Wärme, verbraucht aber viel Energie. Bleibt der Wärmeverlust größer als die eigene Wärmeerzeugung, verschlechtern sich Feinmotorik, Urteilsvermögen und Koordination. Mit weiterer Abkühlung lässt auch das Zittern nach, das Bewusstsein trübt sich ein und der Herzrhythmus kann instabil werden.
Die Wärme geht auf mehreren Wegen verloren: Wind führt erwärmte Luft an Kleidung und Haut ab, nasse Kleidung verstärkt Verdunstung, kalter Boden entzieht über direkten Kontakt Wärme und unbedeckte Flächen strahlen Wärme an die Umgebung ab. Besonders schnell kühlt der Körper im Wasser aus, weil Wasser Wärme wesentlich schneller abführt als ruhende Luft.
Afterdrop bezeichnet das weitere Absinken der Körperkerntemperatur, obwohl die Person bereits aus der Kälte gerettet wurde. Wärme fließt weiterhin vom wärmeren Körperkern in kältere Gewebe; Bewegung und starke Erwärmung von Armen und Beinen können zusätzlich kaltes Blut in Richtung Herz zurückführen. Rettungskollaps beschreibt einen Kreislaufzusammenbruch während oder kurz nach der Rettung, besonders nach einem Aufenthalt im kalten Wasser. Deshalb werden deutlich unterkühlte Personen möglichst waagerecht geborgen, vorsichtig bewegt und nicht zum Aufstehen gedrängt.
2. Kältestress oder bereits Unterkühlung?
Nicht jede frierende Person ist bereits unterkühlt. Wer zittert, klar antwortet, sicher geht, Ausrüstung selbst bedienen kann und sich nach Schutz, trockener Kleidung und Energie rasch erholt, befindet sich häufig zunächst im Kältestress. Kritisch wird es, wenn die Person sich nicht mehr selbst helfen kann.
Klares Bewusstsein, kräftiges Zittern, normale Sprache und sichere Koordination. Die Person erkennt das Problem und kann Kleidung, Rucksack und Verschlüsse selbst bedienen.
Zittern plus Ungeschicklichkeit: Reißverschlüsse funktionieren nicht mehr, Gegenstände fallen herunter, Schritte werden unsicher und einfache Aufgaben dauern ungewöhnlich lange.
Verwirrtheit, verwaschene Sprache, Teilnahmslosigkeit, unvernünftige Entscheidungen, starke Gangstörung oder nachlassendes Zittern. Die Person ist nicht mehr zuverlässig handlungsfähig.
Bewusstlosigkeit, sehr langsame oder kaum erkennbare Atmung beziehungsweise fehlende Lebenszeichen. Jede unnötige Bewegung wird vermieden und die Reanimation vorbereitet.
Ein einfacher Gruppencheck ist aussagekräftiger als die Frage „Ist dir kalt?“. Lass die betroffene Person einen Reißverschluss schließen, einen Gegenstand einpacken, einige klare Fragen beantworten und – nur bei sicherem Stand – wenige Schritte gehen. Fehler bei einer sonst vertrauten Aufgabe sind ein frühes Warnzeichen. Bei bereits deutlicher Unsicherheit wird kein weiterer Gehtest erzwungen.
3. Stadien nach klinischem Zustand
Die bekannten Temperaturbereiche sind nur grobe Schätzwerte. Menschen reagieren unterschiedlich, Zittern kann auch unterhalb von 32 °C noch vorhanden sein und gewöhnliche Stirn- oder Infrarot-Ohrthermometer messen bei Unterkühlung unzuverlässig. Im Gelände bestimmt daher das sichtbare Gesamtbild die Maßnahmen.
ungefähr 35–32 °C
Bild: wach und ansprechbar, meist deutliches Zittern, Koordination und Leistungsfähigkeit nehmen ab.
Handlung: weitere Auskühlung stoppen, isolieren, bei sicherem Schlucken warme kohlenhydratreiche Nahrung oder Getränke geben und eng beobachten.
ungefähr 32–28 °C
Bild: Bewusstsein beeinträchtigt, verwirrt oder schläfrig; Zittern kann schwächer werden oder fehlen.
Handlung: 112, waagerecht und sehr vorsichtig behandeln, aktive Wärme an den oberen Rumpf, nichts über den Mund geben.
ungefähr 28–24 °C
Bild: bewusstlos, aber Atmung oder andere Lebenszeichen sind noch vorhanden und können extrem langsam sein.
Handlung: 112, Atmung sorgfältig überwachen, vollständig einpacken, aktive Rumpfwärme, keine unnötige Bewegung und Transport vorbereiten.
meist unter etwa 24 °C
Bild: keine normale Atmung und keine sicher erkennbaren Lebenszeichen.
Handlung: Reanimation und AED nach Anweisung der Leitstelle beginnen. Eine stark unterkühlte Person nicht vorschnell für tot halten.
4. Die ersten Minuten: eine klare Reihenfolge
5. Nasse Kleidung: nicht einfach sofort ausziehen
Der Satz „nass raus, trocken rein“ stimmt nur, wenn der Wechsel schnell, geschützt und ohne starke Bewegung möglich ist. Eine wache, koordinierte Person mit Kältestress kann sich im Windschutz selbst umziehen. Bei einer verwirrten, kaum gehfähigen oder bewusstlosen Person kann hektisches Entkleiden den Zustand verschlechtern.
Eine Rettungsdecke allein wärmt kaum. Sie kann Wind und Feuchtigkeit abhalten, braucht aber isolierende Schichten und vor allem eine wirksame Unterlage. Liegt die Person direkt auf kaltem Boden, geht dort weiterhin erheblich Wärme verloren.
6. Ein wirksames Unterkühlungspaket aufbauen
7. Aktive Wärme richtig platzieren
Die Wärme gehört an den oberen Rumpf: großflächig auf Brust und Achselbereich oder an den oberen Rücken. Kleine Handwärmer liefern allein zu wenig Wärme und erzeugen unter Druck örtlich hohe Temperaturen. Wärmflaschen dürfen nicht heiß sein, müssen dicht verschlossen und durch eine Stofflage von kalter Haut getrennt sein. Die Temperatur wird mit der eigenen ungeschützten Haut geprüft; eine Wärmequelle, die dort unangenehm heiß ist, gehört nicht an die unterkühlte Person.
Große Wärmeauflage, mäßig warme Wasserflasche oder dafür vorgesehenes Wärmesystem an Brust, Achseln oder oberem Rücken – immer zusammen mit Isolation und Windschutz.
Sehr heiße Flaschen, direkte Auflage auf der Haut, kleine Handwärmer als einzige Maßnahme, Feuerhitze aus kurzer Entfernung oder unkontrollierte Wärme unter dem Körpergewicht.
Nicht massieren, reiben oder gezielt stark erwärmen. Dadurch kann kaltes Blut schneller zum Körperkern zurückströmen und der Kreislauf zusätzlich belastet werden.
Bei einer tatsächlich unterkühlten Person keine heiße Dusche und kein heißes Vollbad. Die starke Gefäßerweiterung kann Blutdruckabfall, Afterdrop und Kollaps begünstigen.
Körperkontakt im Schlafsack kann einer leicht unterkühlten, zitternden Person zusätzlichen Komfort geben. Er ist jedoch kein Ersatz für trockene Isolation, Bodenschutz, aktive Rumpfwärme oder eine notwendige Evakuierung. Eine zweite Person darf dabei nicht selbst auskühlen.
8. Essen, Trinken und eigene Wärmeproduktion
Kräftiges Zittern kann viel Wärme erzeugen, braucht aber Energie. Eine vollständig wache, klar ansprechbare und sicher schluckende Person erhält kohlenhydratreiche Nahrung oder ein warmes, süßes Getränk. Kleine Portionen sind leichter aufzunehmen als eine große Mahlzeit. Das Getränk soll angenehm warm und nicht brühend heiß sein.
Bei Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit oder unsicherem Schlucken kommt nichts in den Mund. Verschlucken ist dann gefährlicher als der mögliche Nutzen. Alkohol ist ungeeignet: Er erweitert Hautgefäße, verstärkt den Wärmeverlust und verschlechtert Wahrnehmung und Entscheidungen.
Eine leicht unterkühlte, wache Person darf nicht sofort zum Marschieren gezwungen werden. Zuerst gegen weiteren Wärmeverlust schützen, Energie zuführen und ungefähr 30 Minuten beobachten. Kann sie danach ohne Hilfe sicher stehen, klar sprechen und Ausrüstung bedienen, kann langsame Bewegung zur Selbstrettung möglich sein. Bei Bewusstseinsänderung, deutlicher Koordinationsstörung oder nachlassendem Zittern bleibt sie liegen und wird transportiert.
9. Wann Bewegung hilft – und wann sie gefährlich wird
Bei notwendigem Transport liegt die Person möglichst waagerecht. Arme und Beine werden ruhig gehalten, Stöße und unnötiges Umlagern vermieden. Eine improvisierte Trage oder ein Schlitten ist bei ernster Unterkühlung besser als gestütztes Gehen. Das Unterkühlungspaket bleibt während des Transports geschlossen, soweit die Kontrolle der Atmung dies zulässt.
10. Bewusstlosigkeit, Atmung und Wiederbelebung
Eine stark unterkühlte Person kann sehr langsam und flach atmen. Bei Bewusstlosigkeit wird deshalb bis zu 60 Sekunden sorgfältig nach normaler Atmung geschaut, gehört und gefühlt. Geschulte Helfer können zusätzlich bis zu 60 Sekunden nach einem zentralen Puls suchen. Ungeübte Helfer sollen sich nicht auf eine unsichere Pulskontrolle verlassen.
Keine normale Atmung: 112 auf Lautsprecher stellen, nach Anweisung der Leitstelle sofort mit der Wiederbelebung beginnen und einen AED einsetzen, sobald er verfügbar ist. Bei Erwachsenen gilt grundsätzlich 30-mal drücken und 2-mal beatmen. Wer nicht beatmen kann, führt ohne Unterbrechung kräftige Herzdruckmassagen aus. Den Anweisungen des AED folgen.
Bei Unterkühlung können Lebenszeichen schwer erkennbar sein. Starre Pupillen, kalte Haut und scheinbare Steifigkeit sind allein kein sicherer Todesnachweis. Reanimationsmaßnahmen werden nicht allein deshalb beendet, weil die Person sehr kalt ist. Sonderverfahren wie verzögerte oder unterbrochene Wiederbelebung während schwieriger Bergung gehören in die Hände professioneller Rettungsteams.
11. Kaltes Wasser: die Gefahr beginnt vor der Unterkühlung
Nach einem Sturz in kaltes Wasser drohen zuerst unkontrolliertes Einatmen, beschleunigte Atmung und Verlust der Schwimmfähigkeit. Eine Rettungsweste hält die Atemwege eher über Wasser und reduziert die notwendige Bewegung. Bei der Rettung hat die eigene Sicherheit Vorrang; vom Ufer aus reichen oder werfen ist sicherer als ungesichert hinterherzuspringen.
Eine erschöpfte oder deutlich ausgekühlte Person wird möglichst waagerecht aus dem Wasser gehoben. Sie soll nicht selbst eine Leiter hochklettern, wenn eine schonendere Bergung möglich ist. Nach der Rettung sofort gegen Wind und Boden isolieren. Nasse Kleidung erst entfernen, wenn Schutz und trockene Isolation bereitliegen. Bei Atemnot, anhaltendem Husten, Bewusstseinsänderung, deutlicher Erschöpfung oder längerer Immersion ist medizinische Hilfe notwendig.
12. Verletzungen und Blutverlust
Verletzte kühlen schneller aus, selbst wenn die Luft nicht besonders kalt ist. Blutverlust, Schock, nasse Kleidung und längeres Liegen auf dem Boden verstärken sich gegenseitig. Starke Blutungen werden deshalb sofort gestoppt, anschließend folgen Bodenisolation, Windschutz und Einpacken. Wundversorgung und Schienung dürfen den Wärmeerhalt nicht unnötig verzögern.
Bei einer schwer verletzten Person wird die nasse Kleidung nur so weit geöffnet oder aufgeschnitten, wie Untersuchung und Versorgung es erfordern. Danach die Isolierung wieder schließen. Eine Rettungsdecke gehört nach außen oder dient als Dampfsperre; wärmende Schichten bleiben für die eigentliche Isolation notwendig.
13. Kinder, ältere Menschen und weitere Risikogruppen
Sie verlieren im Verhältnis zur Körpermasse schneller Wärme und können ihren Zustand schlecht beschreiben. Nasse Kleidung, ungewöhnliche Ruhe, Stolpern oder fehlendes Interesse werden früh ernst genommen.
Weniger Muskelmasse, Vorerkrankungen und bestimmte Medikamente können Zittern und Kreislaufreaktionen abschwächen. Fehlendes starkes Zittern bedeutet daher nicht, dass keine Gefahr besteht.
Die Energiereserven für Zittern und Bewegung sind begrenzt. Frühzeitig Pause, Windschutz, trockene Isolation und bei sicherem Schlucken Kohlenhydrate bereitstellen.
Bewusstsein und Zittern können aus mehreren Gründen verändert sein. Im Zweifel als Unterkühlung behandeln und medizinische Hilfe veranlassen.
14. Ein Kälteschutzsatz, der tatsächlich funktioniert
- Bodenisolation: geschlossenzellige Isomatte oder eine gleichwertige, trockene Unterlage über die gesamte Körperlänge.
- Wind- und Nässeschutz: Tarp, stabiler Biwaksack, Plane oder robuste Kunststoffhülle.
- Wärmedämmung: Schlafsack, Decken und trockene Isolationskleidung mit genügend Volumen.
- Trockene Reserve: Basisschicht, Socken, Mütze und Handschuhe wasserdicht verpackt.
- Aktive Wärme: große, kontrollierbare Wärmequelle für Brust, Achselbereich oder oberen Rücken; Stoff als Hautschutz.
- Energie: leicht essbare kohlenhydratreiche Nahrung und ein warmes süßes Getränk für wache, sicher schluckende Personen.
- Versorgung: Schere oder Messer zum schonenden Öffnen nasser Kleidung, Erste-Hilfe-Material, Stirnlampe und Kommunikationsmittel.
Ein normales Fieberthermometer oder eine Smartwatch ist kein verlässliches Werkzeug zur Einstufung einer Unterkühlung. Viele Thermometer enden bei 35 °C oder messen nur die abgekühlte Hautoberfläche. Für die Entscheidung im Gelände bleiben Bewusstsein, Atmung, Zittern, Koordination und Entwicklung des Zustands wichtiger.
15. Wenn Rettung nicht schnell erreichbar ist
In einer Survivalsituation kann es Stunden dauern, bis Hilfe eintrifft oder ein sicherer Ort erreicht wird. Dann reicht es nicht, die Person kurz in eine Rettungsdecke zu wickeln. Der Wärmeschutz muss über die gesamte Warte- und Transportzeit funktionieren. Windschutz, Bodenisolation, trockene Dämmung, eine kontrollierbare Wärmequelle sowie Nahrung und warmes Wasser müssen deshalb gemeinsam organisiert werden.
Eine Mulde, dichter Baumbestand oder die Leeseite einer Geländekante kann Wind brechen. Darüber wird ein Tarp niedrig und straff aufgebaut. Die unterkühlte Person liegt nicht am Rand, wo Wind oder ablaufendes Wasser in die Isolation gelangen.
Feuchte Person und trockener Schlafsack werden durch eine innere Dampfsperre getrennt. Eine äußere Plane schützt gegen Niederschlag. Nasse Kleidung und Ausrüstung kommen nicht mit den trockenen Reserven zusammen.
Warmes Wasser in einer dichten Flasche kann erneut erhitzt werden. Vor jeder Verwendung Temperatur, Verschluss und Stoffzwischenlage prüfen. Offene Flammen und glühende Kohlen bleiben außerhalb geschlossener oder schlecht belüfteter Schutzräume.
Bewusstsein, Atmung, Zittern und Haut unter der Wärmequelle werden regelmäßig kontrolliert. Veränderungen sowie Zeitpunkt von Nahrung, Getränken und Wärmemaßnahmen werden notiert.
Notruf oder Nachricht mit Position, Zustand, Wetter, vorhandener Ausrüstung und geplanter Route absetzen. Telefon oder Funkgerät warm und trocken halten und Energie für Rückfragen sparen.
Eine verwirrte, nicht mehr zitternde oder unsicher gehende Person bleibt waagerecht und wird auf Trage oder Schlitten transportiert. Nur eine vollständig wache und wieder sicher koordinierte Person kommt für langsame Eigenbewegung infrage.
Ist die Gruppe klein, werden zuerst Unterlage, Windschutz und vollständiges Einpacken hergestellt. Danach folgen Wassererwärmung, Signalgebung und Transportvorbereitung. Die unterkühlte Person bleibt nicht allein. Muss der Platz wegen Hochwasser, Steinschlag, umstürzender Bäume oder einer anderen unmittelbaren Gefahr verlassen werden, wird sie so ruhig und waagerecht wie möglich an den nächsten sicheren Ort gebracht.
Entscheidend bleibt der Zustand: Kann die Person klar denken, sicher sprechen, Ausrüstung bedienen und sich selbst versorgen? Verschlechtert sich eine dieser Fähigkeiten, wird die Lage nicht ausgesessen. Wärmeschutz, Notruf und unterstützte Evakuierung laufen gleichzeitig an.
16. Typische Fehler bei der Versorgung
17. Abbruch und Evakuierung entscheiden
Eine starre Frist von 15 oder 30 Minuten entscheidet nicht darüber, ob weitergegangen wird. Maßgeblich sind Zustand, Entwicklung, Entfernung, Wetter, verfügbare Isolation und die Möglichkeit professioneller Hilfe.
18. Vorbeugung während einer Tour
- Isolationsschicht anziehen, bevor die Gruppe auskühlt, und Pausen an windgeschützten Stellen einlegen.
- Beim Aufstieg rechtzeitig lüften, damit die Basisschicht nicht vollständig durchschwitzt.
- Trockene Reservekleidung in einem wirklich wasserdichten Beutel transportieren.
- Regenbekleidung und Handschuhe erreichbar halten, nicht tief im Rucksack vergraben.
- Regelmäßig essen und trinken, bevor Zittern und Erschöpfung einsetzen.
- Personen gegenseitig beobachten: Sprache, Hände, Gang und Entscheidungen verändern sich oft früher, als Betroffene die Gefahr zugeben.
- Nach unfreiwilligem Wasserkontakt sofort anhalten, Schutz aufbauen und Kleidung wechseln; nicht erst bis zum nächsten geplanten Pausenplatz weitergehen.
19. Kurzanweisung zum Ausdrucken
Unterkühlung: stoppen – prüfen – einpacken – alarmieren
- Aus Wind, Nässe und Bodenkälte bringen.
- Bewusstsein und normale Atmung prüfen; starke Blutungen stoppen.
- Bei Verwirrtheit, Gangstörung, fehlendem Zittern, Bewusstlosigkeit oder auffälliger Atmung 112.
- Waagerecht und vorsichtig behandeln.
- Nasse Kleidung nur geschützt und bewegungsarm entfernen.
- Isomatte – Dampfsperre bei Nässe – Rumpfwärme – Schlafsack – winddichte Außenlage.
- Wärme an Brust, Achseln oder oberen Rücken; nicht an Hände, Füße oder Leiste.
- Nur wache und sicher schluckende Personen essen oder trinken lassen.
- Atmung und Bewusstsein bis zur Übergabe fortlaufend kontrollieren.
