Eibischtee zubereiten: Kaltauszug aus Eibischwurzel
Nicht jede Pflanze wird dadurch nützlicher, dass man sie möglichst lange kocht. Bei der Eibischwurzel beginnt die Zubereitung mit kaltem Wasser und Zeit. Die zerkleinerten Wurzelstücke geben dabei Schleimstoffe ab. Ein solcher Auszug wird traditionell zur Linderung gereizter Schleimhäute im Mund und Rachen und des damit verbundenen trockenen Reizhustens verwendet. Er soll Beschwerden mildern. Eine Infektion verschwindet nicht, weil auf ihrem Getränk gedanklich das Wort Natur steht.
Die Technik heißt Kaltauszug oder Mazeration. Dafür brauchst du weder eine Destille noch eine Sammlung geheimnisvoll beschrifteter Flaschen. Du musst allerdings Pflanzenteil, Menge, Wasser, Standzeit und Verwendung auseinanderhalten. Eine Wurzel ist kein Universalbauteil, das man nach Farbe und persönlicher Zuversicht austauscht.
Darauf kommt es an: Beschrieben wird eine einzelne frisch bereitete Portion aus Eibischwurzel in Arzneiteequalität für Erwachsene. Für ein vorhandenes Arzneiteeprodukt haben dessen konkrete Anwendungshinweise Vorrang.
Eine einzelne Portion ansetzen
Die folgende Zubereitung ist für Erwachsene gedacht. Verwende getrocknete, geschnittene Wurzel des Echten Eibischs, Althaea officinalis, in geeigneter Arzneiteequalität. Eine unbekannte Wurzel aus dem Garten wird nicht durch Zerkleinern zur geprüften Ausgangsware. Auch Blätter, Blüten, Sirup und alkoholische Auszüge sind andere Zubereitungen. Für ein vorhandenes Arzneiteeprodukt gelten dessen konkrete Anwendungshinweise.
Wiege 2 Gramm der geschnittenen Wurzel ab. Lege sie in ein sauberes hitzefestes Gefäß und gieße 150 Milliliter kaltes Trinkwasser darüber. Ein kleiner Topf erspart später das Umfüllen; eine Tasse genügt zum Ansetzen, wenn du den Inhalt anschließend in einen passenden Topf gibst. Ein gewöhnliches Trinkglas gehört nicht unmittelbar auf die Herdplatte.
Decke den Ansatz gegen Staub ab und lasse ihn ein bis zwei Stunden stehen. Rühre in dieser Zeit mehrmals mit einem sauberen Löffel um, damit die Stücke vom Wasser umgeben bleiben. Der Ansatz wird nicht über Nacht neben dem Herd vergessen. Mehr Wartezeit ist hier keine automatische Qualitätssteigerung, sondern zunächst mehr Wartezeit.
Kurz erhitzen, abkühlen und abseihen
Erhitze den Ansatz nach der Ziehzeit kurz bis zum Sieden. Nimm ihn dann von der Wärmequelle und lasse ihn wieder auf eine angenehm trinkbare Temperatur abkühlen. Gieße ihn anschließend durch ein sauberes Teesieb in eine saubere Tasse. Die Wurzelstücke bleiben zurück. Der fertige Auszug wird frisch verwendet; er ist kein Sirup und kein haltbarer Vorrat.
Bei der hier beschriebenen Anwendung wird dreimal täglich eine frisch bereitete Portion getrunken. Bewahre die trockene Wurzel lichtgeschützt, trocken und für Kinder unzugänglich in ihrer Originalverpackung auf. Beachte deren Lagerangaben und das Verfalldatum. Ein Glas ohne Namen, dessen Inhalt nach Monaten nur noch auf einen therapeutischen Verdacht hoffen darf, gehört nicht in eine brauchbare Hausapotheke.
Eibisch kann die Aufnahme anderer gleichzeitig eingenommener Medikamente verzögern. Halte vorsorglich mindestens eine Stunde Abstand davor und danach; bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme klärst du die Anwendung mit Arzt oder Apotheke. Bei bekannter Eibischallergie wird der Auszug nicht verwendet. In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung wegen unzureichender Sicherheitsdaten nicht empfohlen. Für Kinder gilt diese Erwachsenen-Anleitung ebenfalls nicht. Treten unerwünschte Reaktionen auf, beende die Anwendung und hole ärztlichen oder pharmazeutischen Rat ein.
Wenn Atemnot, Fieber oder eitriger Auswurf auftreten, die Beschwerden zunehmen, wiederkehren oder länger als eine Woche anhalten, brauchst du medizinische Abklärung. Bei Atemnot ist sofort Hilfe nötig. Einen ernsten Verlauf erkennt man nicht daran, dass die Hausmittelvorräte erschöpft sind. Die Fähigkeit besteht auch darin, die kleine Anwendung klein zu lassen.
