Das neue Buch von Ronny Schmidt:
„Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise“ bei Amazon bestellenDu hörst Stimmen zwischen den Bäumen. Der Waldweg würde dich schneller voranbringen, aber dort wärst du zu sehen. Dein Handy hat keinen Empfang. Du weißt nicht, wie viele Menschen in der Nähe sind und was sie wollen. Weitergehen, ausweichen oder verbergen? Plötzlich hängt an einer scheinbar einfachen Entscheidung verdammt viel.
Genau um solche Situationen geht es in „Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise“. Um Menschen, die von verlässlicher Hilfe abgeschnitten sind und sich in einer Umgebung behaupten müssen, in der andere Menschen zur Bedrohung werden. Um Flucht, Tarnung, Selbstschutz und Gefangenschaft. Und um die unbequeme Erkenntnis, dass gefunden zu werden noch lange nicht bedeutet, gerettet zu sein.
Wenn Sichtbarkeit zur Gefahr wird
Wer nach einem Unfall auf Rettung wartet, möchte gewöhnlich auf sich aufmerksam machen. In einer feindlichen Umgebung kann genau das gefährlich werden. Ein Ruf verrät deine Position. Licht macht dich sichtbar. Ein gut erkennbarer Weg erleichtert auch anderen die Bewegung. Entscheidend ist deshalb, wer dich finden könnte und ob von diesen Menschen tatsächlich Hilfe zu erwarten ist.
Das Buch setzt dort an, wo vertraute Sicherheiten wegbrechen. Wie lässt sich eine unübersichtliche Lage einschätzen? Wann ist Bewegung sinnvoll, wann erhöht sie das Risiko? Was verraten Kleidung, Gepäck, Geräusche und Verhalten? Wer unter Druck handelt, braucht einen Blick für solche Zusammenhänge. Der beste Plan hilft wenig, wenn er eine Sicherheit voraussetzt, die längst nicht mehr existiert.
Der Wald bietet Verstecke. Sicherheit verspricht er nicht.
Ein großer Teil des Buches behandelt das Überleben und Ausweichen im Wald und im Gelände. Dazu gehören Tarnung, unauffällige Bewegung, vorübergehende Verstecke, das Erkennen und Vermeiden von Spuren sowie Orientierung ohne verlässliche technische Hilfsmittel. Es geht darum, das Gelände einzuschätzen und die eigenen Möglichkeiten unter den jeweiligen Bedingungen realistisch zu beurteilen.
Ein Versteck kann den Blick anderer Menschen abhalten und trotzdem eine schlechte Wahl sein. Ein Umweg kann Abstand schaffen, aber die letzten Kräfte kosten. Wer erschöpft ist, übersieht Dinge, wird ungeduldig und greift schneller zur erstbesten Lösung. Deshalb behandelt das Buch auch Schlafmangel, körperliche Belastung und die Frage, wie sich Handlungsfähigkeit erhalten lässt, wenn der eigene Körper allmählich die Rechnung präsentiert.
Wenn andere über deine Freiheit bestimmen
Auch Geiselnahme und Gefangenschaft gehören zu den Themen. Das Buch behandelt den Zugriff, Fesselungen und Transporte ebenso wie Befragungen, psychischen Druck und das Aushalten von Isolation. Es geht um den Umgang mit einer Lage, in der andere Menschen plötzlich bestimmen, wohin du gehst, was du sagen sollst und ob du überhaupt eine Wahl bekommst.
Fluchtgelegenheiten und Befreiung werden dabei mit ihren Risiken betrachtet. Eine offene Tür ist noch kein sicherer Weg. Unter Bewachung können Angst, Wut und Ungeduld Entscheidungen auslösen, deren Folgen sich kaum zurückholen lassen. Den eigenen Zustand wahrzunehmen, die Lage zu beobachten und Möglichkeiten nüchtern einzuschätzen, zieht sich deshalb durch das gesamte Buch.
Ronny Schmidt greift Grundgedanken aus Combat Survival und SERE auf und bezieht sie auf die Möglichkeiten unbewaffneter Zivilisten. Im Mittelpunkt stehen das Überleben, das Ausweichen vor Bedrohungen, das Standhalten unter Druck und der Weg zurück in einen gesicherten Bereich. Die eigene Kraft, das vorhandene Wissen und die verfügbaren Mittel setzen dabei die Grenzen. Wunschdenken erweitert sie nicht.
