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Anaphylaktischer Schock | Anaphylaxie erkennen und Erste Hilfe leisten

Ein anaphylaktischer Schock ist ein lebensbedrohliches Kreislaufversagen infolge einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion. Die zugrunde liegende Anaphylaxie kann außerdem die Atemwege und weitere Organe betreffen. Eine bedrohliche Atemwegsreaktion benötigt bereits sofortige Hilfe, auch wenn noch kein Kreislaufschock vorliegt.

Adrenalin-Autoinjektor mit Schutzkappe und Transporthülse
Bei einer schweren allergischen Reaktion kann ein verordneter Adrenalin-Autoinjektor lebensrettend sein.

Warnzeichen: Atemwege, Atmung und Kreislauf

Besonders verdächtig sind plötzlich auftretende Heiserkeit, Schwellung von Zunge oder Rachen, pfeifende Atmung, ausgeprägte Atemnot, Kollaps oder starke Benommenheit nach einem möglichen Allergenkontakt. Quaddeln, Juckreiz und Hautrötung können hinzukommen, müssen aber nicht auftreten. Auf einen Hautausschlag oder einen vermeintlich vorgeschriebenen Ablauf in mehreren Stadien darf deshalb nicht gewartet werden.

Typische Auslöser sind bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente und Insektenstiche. Eine starke Schwellung unmittelbar um einen Stich ist für sich allein noch kein anaphylaktischer Schock. Treten dagegen Atem- oder Kreislaufprobleme auf, ist sofortiges Handeln erforderlich.

Unmittelbare Hilfe

  1. Adrenalin anwenden: Den für die betroffene Person vorgesehenen Autoinjektor bei Anzeichen einer Anaphylaxie unverzüglich nach Einweisung und Geräteanleitung einsetzen. Die Injektion erfolgt an der äußeren Oberschenkelseite. Auslösemechanismus und Haltezeit unterscheiden sich zwischen Geräten.
  2. 112 rufen: Verdacht auf Anaphylaxie, Standort und bereits gegebenes Adrenalin nennen. Bei mehreren Helfern laufen Medikamentengabe und Notruf gleichzeitig.
  3. Passend lagern: Bei Kreislaufschwäche flach lagern, gegebenenfalls Beine anheben. Bei ausgeprägter Atemnot den Oberkörper vorsichtig erhöhen. Nicht aufstehen oder gehen lassen, auch nicht nach vorläufiger Besserung.
  4. Weiter beobachten: Bessern sich die bedrohlichen Beschwerden nach fünf Minuten nicht, einen zweiten vorhandenen Autoinjektor entsprechend Notfallplan beziehungsweise Leitstellenanweisung einsetzen. Bewusstsein und Atmung fortlaufend kontrollieren.
Bewusstlosigkeit: Bei normaler Atmung stabile Seitenlage. Bei fehlender oder nicht normaler Atmung sofort Wiederbelebung beginnen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Einen verfügbaren AED einsetzen.

Antihistaminika ersetzen kein Adrenalin

Antihistaminika behandeln die lebensbedrohlichen Atemwegs- und Kreislaufprobleme nicht ausreichend. Auch Kortison ist kein Ersatz für die sofortige Adrenalingabe. Weitere Medikamente richten sich nach dem persönlichen ärztlichen Notfallplan und dürfen die entscheidenden Maßnahmen nicht verzögern.

Eine vorübergehende Besserung beendet den Notfall nicht. Beschwerden können erneut auftreten. Ärztliche Behandlung und eine dem Verlauf angepasste Überwachung sind unmittelbar erforderlich; eine pauschale Wartefrist von 24 Stunden wäre falsch.

Vor einer Tour

Bei bekanntem Risiko gehören verordnete Autoinjektoren und der persönliche Notfallplan griffbereit zur Ausrüstung. Begleitpersonen sollten die Warnzeichen und das konkrete Gerät kennen. Verfallsdatum und Lagerbedingungen werden vorab geprüft; Hitze und Frost können die Verwendbarkeit beeinträchtigen. Für abgelegene Wege muss außerdem feststehen, wie Hilfe alarmiert und der Standort übermittelt werden kann.