Atemschutzfilter | Filtertypen verstehen und Grenzen erkennen
Atemschutzfilter entfernen bestimmte Partikel, Gase oder Dämpfe aus der Umgebungsluft. Ihre Auswahl richtet sich nach dem bekannten Schadstoff, dessen Konzentration und dem verwendeten Atemschutzgerät. Ein Filter stellt keinen Sauerstoff bereit und ist kein universeller Schutz für unbekannte Gefahrenlagen.

Partikelfilter und Gasfilter
Partikelfilter halten feste und flüssige Schwebstoffe zurück. P1, P2 und P3 kennzeichnen zunehmende Filterleistung. FFP-Masken bestehen selbst aus partikelfilterndem Material; ein P3-Wechselfilter und eine FFP3-Maske sind unterschiedliche Bauarten. Gegen Gase hilft ein reiner Partikelfilter nicht.
Gasfilter enthalten auf die jeweilige Stoffgruppe abgestimmte Filtermaterialien, häufig behandelte Aktivkohle. Kombinationsfilter verbinden Gas- und Partikelfilter. Bei Gasfiltern bezeichnet die Zahl hinter dem Buchstaben die Kapazitätsklasse und keine pauschale Schutzdauer.
Häufige Kennzeichnungen
| Typ | Kennfarbe | Grundsätzlicher Bereich |
|---|---|---|
| A | Braun | Bestimmte organische Gase und Dämpfe mit Siedepunkt über 65 °C |
| B | Grau | Bestimmte anorganische Gase und Dämpfe; kein Kohlenmonoxid |
| E | Gelb | Schwefeldioxid und bestimmte saure Gase |
| K | Grün | Ammoniak und bestimmte organische Ammoniakverbindungen |
| P | Weiß | Partikel |
Für niedrig siedende organische Stoffe kommen unter besonderen Einsatzbedingungen AX-Filter infrage. Maßgeblich bleibt die konkrete Freigabe des Herstellers. Die Aufschrift ABEK-P3 deckt nicht automatisch jeden chemischen Stoff ab.
Wann Filterschutz nicht ausreicht
Gewöhnliche ABEK-Filter schützen nicht gegen Kohlenmonoxid. Ein geeigneter Partikelfilter kann das Einatmen bestimmter radioaktiver Stäube vermindern, schirmt aber keine durchdringende Strahlung ab. Auch die Bezeichnung CBRN ersetzt weder eine konkrete Zulassung noch die Beurteilung der gesamten Gefahrenlage.
Maske, Dichtsitz und Wechsel
Maske und Filter müssen als Kombination geeignet sein. Ein mechanisch passender Anschluss allein belegt das nicht. Bei dicht anliegenden Masken können Barthaare, Brillenbügel oder beschädigte Dichtflächen die Schutzwirkung erheblich mindern. Aufsetzen und Dichtsitzprüfung werden nach Geräteanleitung geübt.
Das Verfallsdatum eines ungeöffneten Filters ist von seiner Standzeit im Einsatz zu unterscheiden. Konzentration, Feuchtigkeit, Temperatur und Atemvolumen beeinflussen die Nutzungsdauer. Für Gasfilter braucht es einen geeigneten Wechselplan; Geruch ist keine verlässliche Vorwarnung für sämtliche Schadstoffe. Bei Reizung oder unerwartetem Atemwiderstand wird der Gefahrenbereich verlassen. Verbrauchte Filter werden nicht ausgewaschen, ausgekocht oder selbst neu befüllt.
