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Gore-Tex | Wasserdichtigkeit und Wasserdampftransport unterscheiden

Gore-Tex ist eine Marke für unterschiedliche textile Technologien. Wasserdichte Gore-Tex-Bekleidung verbindet eine Membran mit schützenden Textilien. Flüssiges Wasser wird abgehalten, während Wasserdampf durch den Materialverbund gelangen kann. Das ist keine Garantie für trockene Haut bei jeder Belastung und auch keine eingebaute Wärmedämmung.

Wasserdichte Membranjacke im Regen
Gore-Tex-Membranen sollen Kleidung wasserdicht, winddicht und zugleich wasserdampfdurchlässig machen.

Membran und fertiges Kleidungsstück

Bekannt wurde Gore-Tex durch Membranen aus expandiertem Polytetrafluorethylen, kurz ePTFE. Neuere Produktgenerationen verwenden auch expandiertes Polyethylen, ePE. Daher beschreibt die Gleichung Gore-Tex gleich PTFE das heutige Angebot nicht vollständig. Für ein bestimmtes Kleidungsstück zählen Modell und Materialangaben.

Die Membran ist Teil eines Verbunds. Bei einer Zweilagenkonstruktion sind Oberstoff und Membran verbunden, während ein Innenfutter getrennt liegen kann. Bei einer Dreilagenkonstruktion ist zusätzlich die textile Innenseite mitlaminiert. Diese Lagenangabe beschreibt den Aufbau, nicht die Anzahl der Kleidungsschichten am Körper.

Die wasserdichte Fläche allein genügt nicht: Nähte, Reißverschlüsse, Beschädigungen und Öffnungen gehören ebenfalls zur Beurteilung. Wasser, das am Kragen oder von oben in einen Schuh gelangt, wird nicht durch die Membran herausgefiltert. WINDSTOPPER-Produkte von Gore-Tex Labs sind zudem eine eigene, nicht als wasserdicht ausgewiesene Produktgruppe.

Was DWR leistet

DWR steht für Durable Water Repellent. Diese Ausrüstung der textilen Außenseite sorgt dafür, dass Wasser abperlt und der Oberstoff weniger schnell durchnässt. Sie ist von der wasserdichten Membran zu unterscheiden.

Wenn das Abperlen nachlässt, kann sich die Außenseite vollsaugen und kalt oder klamm anfühlen, obwohl die Membran weiterhin dicht ist. Umgekehrt repariert ein Imprägniermittel weder Löcher noch abgelöste Nahtabdichtungen. Fehlendes Abperlen und eine tatsächliche Undichtigkeit verlangen daher unterschiedliche Maßnahmen.

Atmungsaktivität hat Grenzen

Atmungsaktiv bedeutet hier Wasserdampfdurchlässigkeit. Das Material pumpt flüssigen Schweiß nicht aktiv vom Körper weg. Bei großer Anstrengung kann mehr Feuchtigkeit entstehen, als der gesamte Bekleidungsaufbau abführt. Auch Umgebungsbedingungen und darunter getragene Schichten beeinflussen den Transport.

Passende Kleidungsmengen, ein angepasstes Tempo und vorhandene Lüftungsöffnungen bleiben deshalb wichtig. Windschutz verringert den Luftaustausch durch den Stoff, ersetzt aber keine isolierende Schicht gegen Kälte.

Pflege nach Ausführung

Zuerst das Pflegeetikett des Kleidungsherstellers lesen. Gore empfiehlt für viele gewöhnliche Oberbekleidungen eine Wäsche mit wenig Flüssigwaschmittel und gründlichem Spülen; Weichspüler und Bleichmittel werden vermieden. Die zulässige Temperatur und Trocknung richten sich nach dem konkreten Produkt.

Bei geeigneten Ausführungen lässt sich die DWR nach dem Waschen durch die vorgeschriebene Wärmebehandlung reaktivieren. Reicht das nicht mehr aus, kommt ein passendes Nachimprägniermittel infrage. SHAKEDRY mit dauerhaft abperlender Membranoberfläche ist eine wichtige Ausnahme: Dafür sind Trockner, Bügeleisen und zusätzliche DWR-Behandlung nicht vorgesehen.

Bleibt eine bestimmte Stelle nass, hilft eine systematische Prüfung von Eintrittsweg, Naht und Materialzustand. Erst dann lässt sich entscheiden, ob Reinigung, Pflege oder eine fachgerechte Reparatur erforderlich ist.