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GPS | Satellitenposition und Kartenanzeige richtig nutzen

GPS, das Global Positioning System, ist das Satellitennavigationssystem der USA. Es liefert Signale für Positionsbestimmung, Navigation und Zeitmessung. GPS gehört zur Gruppe der globalen Satellitennavigationssysteme, kurz GNSS. Dazu zählen auch Galileo, GLONASS und BeiDou. Welche Systeme ein Gerät tatsächlich verwendet, hängt von seinem Empfänger ab.

GPS-Handgerät neben einer gefalteten topografischen Karte
GPS-Handgerät mit topografischer Karte

Wie der Standort entsteht

Satelliten senden Angaben zu ihrer Position und zur Zeit. Der Empfänger wertet die Laufzeiten mehrerer Signale aus und berechnet daraus seine räumliche Position sowie eine Korrektur seiner eigenen Uhr. Bei der üblichen dreidimensionalen Positionsbestimmung werden dafür mindestens vier geeignete Satellitensignale benötigt.

Es handelt sich um eine Entfernungsauswertung, nicht um eine optische Winkelmessung. Der Empfänger muss dafür kein Signal an die GPS-Satelliten zurücksenden. GPS allein übermittelt den eigenen Standort daher auch nicht an eine Rettungsleitstelle.

Empfang ohne Mobilfunk, Karte ohne Internet?

Der Empfang der Satellitensignale benötigt kein Mobilfunknetz. Davon getrennt sind Funktionen einer Navigations-App: Das Laden von Karten, Verkehrsinformationen oder bestimmten Routen kann eine Datenverbindung erfordern. Ein angezeigter Standort hilft wenig, wenn die benötigte Umgebungskarte fehlt.

Vor einer Tour werden die gewünschte Region, Routendaten und wichtige Punkte auf dem Gerät gespeichert. Anschließend wird ohne Internetverbindung geprüft, ob sich die Karte öffnen, ausreichend vergrößern und zusammen mit der eigenen Position verwenden lässt. Nicht jede App unterstützt alle Funktionen offline.

Warum eine Position abweichen kann

Gebäude, Felswände, dichter Bewuchs und die Lage der sichtbaren Satelliten beeinflussen die Messung. Reflektierte Signale können über längere Wege eintreffen und die Entfernungsauswertung verfälschen. Auch Atmosphäre, Empfängerqualität und Funkstörungen spielen eine Rolle. Eine feste Genauigkeit für jedes Gerät und jede Umgebung gibt es deshalb nicht.

Daneben kann die Karte selbst falsch oder veraltet sein. Eine fehlende Brücke oder ein falsch eingezeichneter Weg ist kein Satellitenfehler. Auch ein sauber angezeigter Track beweist weder die Begehbarkeit noch die Erlaubnis, eine Strecke zu benutzen.

Koordinaten verständlich weitergeben

Bei einer Positionsmeldung gehören Koordinatenformat und Bezugssystem dazu. Dezimalgrad, Grad und Dezimalminuten sowie UTM sehen unterschiedlich aus. Stellen und Vorzeichen dürfen nicht nach Gefühl umgedeutet werden. Beim Ablesen die Anzeige vollständig übernehmen und die Angaben vom Gegenüber wiederholen lassen.

Für einen Notruf ergänzen erkennbare Ortsmerkmale, Wegnamen oder markante Bauwerke die Zahlen. Der Empfängerstandort ist außerdem nur dann der Unfallort, wenn sich die meldende Person dort befindet.

Plausibilität und Rückfallebene

Ein plötzlicher Positionssprung, widersprüchliche Bewegungsrichtungen oder eine Anzeige auf der falschen Talseite sind Anlass zum Anhalten und Prüfen. Ein zweites Gerät kann helfen, ist bei gemeinsamen Empfangsstörungen aber keine vollständig unabhängige Kontrolle. Kartenlesen, Geländevergleich und eine geeignete Stromreserve bleiben Teil der Navigation.