BOB | Ein tragbarer Rucksack für das Verlassen der Wohnung
BOB steht für Bug-Out Bag. Gemeint ist ein vorbereitetes Gepäckstück für Situationen, in denen die Wohnung kurzfristig verlassen werden muss. Im Bevölkerungsschutz wird dafür meist der Begriff Notgepäck verwendet. Der Rucksack soll den Weg und die ersten Tage an einem anderen Ort erleichtern.

Vom Ziel her packen
Eine Unterbringung bei Angehörigen oder in einer betreuten Notunterkunft erfordert andere Ausrüstung als eine wetterexponierte Wegstrecke. Deshalb wird zuerst geklärt, wer mitgeht, welche Transportmöglichkeiten bestehen und wo ein erreichbares Ziel liegt. Die oft genannten 72 Stunden sind ein Planungsansatz, keine Garantie für vollständige Selbstversorgung.
Was griffbereit zusammengehört
- Persönliche Versorgung: Benötigte Medikamente, Medikationsplan, Brille, Hörhilfen und passende Erste-Hilfe-Ausstattung.
- Trinken und Essen: Trinkwasser und vertraute, haltbare Lebensmittel, die möglichst ohne Kochen verzehrt werden können.
- Kleidung und Hygiene: Wetterschutz, warme Schicht, Wechselwäsche und individuell erforderliche Hygieneartikel.
- Information: Mobiltelefon mit Ladekabel und geladener Powerbank, kleine Lichtquelle, wichtige Telefonnummern auf Papier.
- Unterlagen: Ausweisdokumente beziehungsweise notwendige Kopien, Gesundheitskarte, Bargeld und Schlüssel.
Was täglich gebraucht wird und deshalb nicht dauerhaft im Rucksack liegen kann, steht auf einer kurzen Ergänzungsliste direkt am Gepäck. Für Kinder, pflegebedürftige Personen und Tiere werden eigene Bedürfnisse mitgeplant.
Wasser lässt sich nicht wegplanen
Ein Filter ersetzt keine erreichbare Wasserquelle. Außerdem entfernt nicht jedes Modell Viren, gelöste Chemikalien oder Salz. Die vorhandene Trinkwassermenge und mögliche Nachversorgung müssen zum Weg passen. Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm pro Liter; diese Masse gehört von Anfang an in die Tragfähigkeitsprüfung.
Tragbar bedeutet praktisch erprobt
Ein pauschales Zielgewicht von zehn oder fünfzehn Kilogramm passt nicht zu jeder Person. Der vollständig gepackte Rucksack wird mit der vorgesehenen Kleidung über eine realistische Strecke getragen. Dabei zeigt sich, ob Verschlüsse erreichbar bleiben, das Gewicht stabil sitzt und gleichzeitig ein Kind begleitet oder eine Gehhilfe benutzt werden kann.
Ausrüstung ohne konkreten Zweck macht die Bewegung schwerer. Verschreibungspflichtige Medikamente werden nach persönlicher ärztlicher Planung bevorratet; Antibiotika gehören nicht als beliebige Ergänzung in jede Packliste. Ein sperriges Werkzeug ist ebenfalls nur sinnvoll, wenn es zum vorgesehenen Weg und zur eigenen Anwendungskompetenz passt.
Regelmäßig prüfen
Lebensmittel, Medikamente und Batterien werden nach Haltbarkeit kontrolliert. Kleidung wird an Jahreszeit und Größe angepasst, Kontaktdaten werden aktualisiert. Das Gepäck liegt an einem bekannten, gut erreichbaren Ort. Bei unmittelbarer Gefahr hat das sichere Verlassen des Gebäudes Vorrang vor dem Zusammensuchen fehlender Gegenstände.
