Survival

Blood Chit | Mehrsprachiger Hilfeaufruf für isolierte Flieger

Ein Blood Chit ist ein militärischer Hilfeaufruf, der vor allem mit isolierten oder abgeschossenen Flugzeugbesatzungen verbunden ist. Er richtet sich in einer oder mehreren örtlichen Sprachen an Menschen, die dem Träger begegnen. Manche Ausführungen verbinden die Bitte um Unterstützung mit einem Belohnungsversprechen des ausstellenden Staates.

Historisches Blood Chit mit chinesischer Flagge
Blood Chits sollten abgeschossenen oder notgelandeten Piloten die Verständigung mit der Bevölkerung erleichtern.

Früher als der Zweite Weltkrieg

Das Konzept ist älter als 1942. Das National Museum of the United States Air Force nennt britische Verwendungen bereits ab 1917. Besonders bekannt wurden die von amerikanischen Freiwilligen in China getragenen Exemplare zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Was auf dem Dokument steht

Historische Stücke können Nationalitätszeichen, eine Bitte um Schutz, Versorgung oder medizinische Hilfe und eine Kennnummer tragen. Material und Inhalt unterscheiden sich: Überliefert sind unter anderem Stoff- und Papierausführungen. Nicht jedes Exemplar verspricht eine Belohnung. Ein Blood Chit ist daher keine weltweit einheitliche Textvorlage.

Seine praktische Grenze

Die Nachricht kann eine Sprachbarriere überbrücken. Sie beweist jedoch nicht, dass die angesprochene Person helfen kann oder will. Auch für Helfende kann ein Kontakt in einem Konfliktgebiet gefährlich sein. Das Dokument ersetzt weder einen anerkannten Ausweis noch eine sichere Verbindung zu Rettungskräften.

Zivile Notfallkarte

Für Reisen kann eine einfache Karte mit Name, Notfallkontakt, wichtigen medizinischen Angaben und verständlich übersetztem Hilfeersuchen sinnvoll sein. Sie sollte als private Information erkennbar bleiben. Ein selbst ausgedruckter militärischer Hilfeaufruf begründet keine staatliche Zusage und ist kein Ersatz für eine zur Reise passende Notfallplanung.