Evasion and Escape Plan | Verbindung zur Hilfe vorab planen
Ein Evasion and Escape Plan ist eine vorbereitete Planung für den Fall, dass eine Person in einem feindlichen Umfeld von ihrer Unterstützung getrennt wird, einer Gefangennahme ausweichen oder aus Gefangenschaft entkommen muss. Der Begriff wird auch für zivile Sicherheitsplanungen verwendet. Er bezeichnet jedoch keine weltweit einheitliche Formularvorlage.

Ein Plan braucht eine Gegenstelle
Eine selbst notierte Route reicht nicht aus, wenn niemand weiß, wer fehlt, wo gesucht werden soll und welche Unterstützung vorgesehen ist. Militärische Rückführungsplanung berücksichtigt unter anderem Aufenthaltsort, Identitätsbestätigung, Bedrohung, Wetter, Gelände und Kommunikationsmöglichkeiten. Die persönliche Vorbereitung muss zu diesen übergeordneten Absprachen passen.
Prüffragen für den eigenen Entwurf
Die folgenden Fragen ordnen die Planung; sie ersetzen kein einsatzbezogenes Sicherheitsverfahren:
- Ausgangslage: Wann und wodurch könnte die Verbindung zur Gruppe oder Organisation verloren gehen?
- Hilfe: Welche tatsächlich erreichbare Stelle übernimmt welche Aufgabe?
- Kontakt: Welche vereinbarten Kommunikationsmöglichkeiten bestehen, und was geschieht bei deren Ausfall?
- Aufenthalt: Welche bekannten Orte können Unterstützung bieten, und unter welchen Bedingungen sind sie erreichbar?
- Einschränkungen: Welche Verletzungen, Sprachbarrieren, Wetterlagen oder Verkehrshindernisse würden den Plan verändern?
- Aktualisierung: Wer kennt die gültige Fassung und erfährt von Änderungen?
Annahmen kenntlich machen
„Dort werden wir abgeholt“ ist nur dann eine belastbare Angabe, wenn die Abholung vereinbart und unter den erwarteten Bedingungen möglich ist. Dasselbe gilt für Unterkünfte, Fahrzeuge und Kommunikationsmittel. Unbestätigte Möglichkeiten werden als solche vermerkt und nicht zur einzigen Grundlage einer Entscheidung gemacht.
Eine Karte kann Wege zeigen, aber weder deren aktuelle Nutzbarkeit noch die Sicherheit eines Zielorts garantieren. Der Plan benötigt deshalb Entscheidungsmöglichkeiten für geänderte Bedingungen. Mehrere Varianten helfen nur, wenn die betroffenen Personen dieselben Absprachen kennen.
Zivilen Bedarf passend benennen
Für eine normale Reise oder einen Haushalt ist meist ein Reise- beziehungsweise Evakuierungsplan zweckmäßiger. Dort stehen Kontaktpersonen, Dokumente, Transport, Treffpunkte und behördliche Anweisungen im Vordergrund. Wer beruflich in ein Hochrisikogebiet reist, benötigt eine Vorbereitung durch die verantwortliche Organisation mit Kenntnis des konkreten Landes und Auftrags.





