Survival

Hitzschlag | Überhitzung mit Bewusstseinsstörungen ist ein Notfall

Ein Hitzschlag ist eine lebensbedrohliche Überhitzung, bei der unter anderem die Gehirnfunktion beeinträchtigt werden kann. Verwirrtheit, auffälliges Verhalten, Koordinationsprobleme, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit nach Hitze oder körperlicher Belastung sind Alarmzeichen. Bei Verdacht sofort 112 rufen und gleichzeitig mit der Kühlung beginnen.

Erste Hilfe bei einer überhitzten Person im Schatten
Versorgung bei Hitzschlag

Nicht auf trockene Haut warten

Die Haut kann heiß und trocken sein; besonders bei Belastung können Betroffene aber weiterhin stark schwitzen. Schwitzen schließt einen Hitzschlag deshalb nicht aus. Auch ein fehlender Messwert über 40 °C ist kein Grund, bei deutlichen Warnzeichen abzuwarten. Eine ungeeignete Temperaturmessung kann die tatsächliche Körperkerntemperatur verfehlen.

Ein Hitzschlag kann bei intensiver Anstrengung oder durch anhaltende Wärmebelastung entstehen. Direkte Sonne ist dafür nicht erforderlich. Hohe Luftfeuchtigkeit, schlechte Wärmeabgabe und individuelle Erkrankungen oder Medikamente können die Belastung verstärken.

Sofortmaßnahmen

  1. Notruf veranlassen: 112 wählen, Verdacht auf Hitzschlag, Standort und Bewusstseinszustand nennen. Wenn mehrere Helfer anwesend sind, parallel handeln.
  2. Wärmebelastung beenden: Betroffene ohne eigene Gefährdung in Schatten oder einen kühlen Bereich bringen und überflüssige Kleidung entfernen.
  3. Rasch kühlen: Haut großflächig mit kühlem bis kaltem Wasser benetzen und Luft zufächeln. Nasse Tücher wiederholt kühlen; nicht nur ein kleines Tuch auf die Stirn legen. Kühlpacks werden mit einer schützenden Lage verwendet.
  4. Dabeibleiben: Ansprechbarkeit und Atmung laufend beobachten und den Anweisungen der Leitstelle folgen.

Bei Verwirrtheit, Benommenheit, Erbrechen oder unsicherem Schlucken nichts zu trinken geben. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung die Atemwege durch die stabile Seitenlage freihalten. Fehlt eine normale Atmung, sofort mit Wiederbelebung beginnen und einen verfügbaren AED einsetzen; die Leitstelle kann dabei anleiten.

Wasserkühlung sicher organisieren

Bei belastungsbedingtem Hitzschlag kann eine kontrollierte Kaltwasserimmersion sehr wirksam kühlen. Sie setzt jedoch voraus, dass Helfer Kopf und Atemwege zuverlässig sichern und die Person überwachen können. Eine verwirrte oder bewusstlose Person wird nicht allein in eine Wanne oder ein Gewässer gelegt. Fehlende Möglichkeiten für ein Wasserbad dürfen andere sofort verfügbare Kühlmaßnahmen nicht verzögern.

Abgrenzung zur Hitzeerschöpfung

Starker Durst, Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel können bei Hitzeerschöpfung auftreten. Eine vollständig wache Person mit sicherem Schlucken kann in einem kühlen Bereich kleine Mengen trinken. Kommen Bewusstseins- oder Koordinationsstörungen hinzu, wird die Situation als Notfall behandelt. Eine scheinbare Besserung nach Kühlung hebt bei Hitzschlagverdacht die notwendige medizinische Abklärung nicht auf.

Wärmebelastung verringern

Belastung und Pausen an die Bedingungen anpassen, kühle Aufenthaltsorte nutzen und besonders gefährdete Personen im Blick behalten. Kinder, ältere Menschen und chronisch Erkrankte benötigen dabei gegebenenfalls Unterstützung. Medikamente oder ärztlich festgelegte Trinkmengen werden nicht eigenständig verändert.