Survival

Gill-Net | Fangwirkung und Grenzen eines Kiemennetzes

Ein Gill-Net ist ein Kiemennetz: Fische können mit dem Kopf in eine Masche gelangen und beim Zurückweichen hinter den Kiemendeckeln hängen bleiben. Weitere Verwicklungen sind möglich. Die deutsche Bezeichnung Stellnetz passt zu einer ortsfest gehaltenen Ausführung; zur Gerätefamilie gehören auch treibende Netze.

Fisch in einem senkrecht gespannten Stellnetz
Fischfang mit Stellnetz

Ein Netz in der Wassersäule

Schwimm- und Beschwerungselemente halten die Netzfläche in der vorgesehenen Lage. Beim Stellnetz sorgen Verankerungen oder andere Befestigungen für einen bestimmten Standort. Ein Treibnetz wird mit dem Wasser bewegt.

Maschenweite, Material, Höhe und Anordnung beeinflussen die Fangwirkung. Die Auswahl lässt sich nicht auf groß fängt große Fische und klein fängt kleine Fische reduzieren: Körperform und Verwicklung spielen ebenfalls eine Rolle. Ein beliebiges dichtes Gewebe ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz für ein ausgelegtes Kiemennetz.

Beifang gehört zur Bewertung

Auch nicht beabsichtigte Tiere können sich verfangen. In der Meeresfischerei betrifft das unter anderem Meeresschildkröten und Meeressäuger. Das Festhalten unter Wasser kann das Atmen verhindern; Leinen und Maschen können Verletzungen verursachen.

Eine passende Maschenwahl allein beseitigt diese Risiken nicht. Standort, Einsatzbedingungen und vorgeschriebene Schutzmaßnahmen müssen zur jeweiligen Fischerei passen. Eine pauschale Aussage, Netzfang sei ökologisch unproblematisch oder von selbst selektiv, ist falsch.

Passiver Fang benötigt aktive Betreuung

Passiv bedeutet, dass der Fisch zum Fanggerät gelangt. Es bedeutet nicht, dass das Netz ohne Betreuung im Gewässer bleiben kann. Ausbringen, Kontrollieren, Bergen und die fachgerechte Versorgung des Fangs gehören zur Arbeit.

Für eine Versorgungsplanung zählen daher mehr Faktoren als das Gewicht der Netzschnur: Zugang zum Gewässer, sichere Handhabung, Zeit, Rückholbarkeit und die Weiterverarbeitung des Fangs. Ein ausgelegtes Netz ist außerdem keine Zusage für eine bestimmte Mahlzeit oder einen festen täglichen Ertrag.

Berechtigung und Rückholung vorab klären

Ob ein Fanggerät verwendet werden darf, richtet sich nach den Regeln des konkreten Gewässers und der jeweiligen Berechtigung. Die Bezeichnung Survival schafft keine allgemeine Ausnahme. Vor einem Einsatz müssen zulässige Geräte, Kennzeichnung, Kontrollen und der Umgang mit dem Fang geklärt sein.

Wer das Prinzip kennenlernen möchte, kann Material und Maschenwirkung zunächst an einem trockenen Modell untersuchen. Unbeaufsichtigte Versuche mit improvisierten Netzen im Gewässer sind dafür nicht erforderlich. Ein Netz, das sich nicht sicher vollständig bergen lässt, gehört nicht in einen improvisierten Versorgungsplan.