Deklination | Missweisung beim Navigieren berücksichtigen
Die magnetische Deklination ist der Winkel zwischen geografischer Nordrichtung und der horizontalen Richtung des örtlichen Erdmagnetfelds. Ein frei beweglicher, ungestörter Kompass richtet sich nach diesem Feld aus. Seine Nadel zeigt deshalb nicht überall genau nach geografisch Nord.

Ort, Datum und Vorzeichen
Die Deklination verändert sich mit dem Ort und mit der Zeit. Östliche Abweichungen werden üblicherweise positiv, westliche negativ angegeben. Für eine Tour wird ein Wert verwendet, der zum Gebiet und Zeitpunkt passt, beispielsweise aus einem aktuellen geomagnetischen Modell. Das World Magnetic Model berücksichtigt diese räumlichen und zeitlichen Änderungen.
Eine alte Kartenangabe ist deshalb kein unveränderlicher Wert. Zusätzlich können Metall, Magnete, stromführende Leitungen oder örtliche Gesteine die tatsächliche Kompassmessung stören. Eine eingestellte Deklination beseitigt solche örtlichen Störungen nicht.
Die Umrechnung klar festlegen
Für im Uhrzeigersinn von Nord gemessene Richtungswinkel gilt bei der genannten Vorzeichenkonvention:
Geografischer Richtungswinkel = magnetischer Richtungswinkel + Deklination
Magnetischer Richtungswinkel = geografischer Richtungswinkel − Deklination
Beispiel: Die geplante geografische Richtung beträgt 90 Grad, die Deklination +10 Grad. Am nicht bereits korrigierten Kompass entspricht das 80 Grad. Umgekehrt ergeben gemessene 80 Grad magnetisch plus 10 Grad Deklination wieder 90 Grad geografisch. Werte werden bei Bedarf in den Bereich von 0 bis unter 360 Grad gebracht.
Gitternord ist eine dritte Bezugsrichtung
Die senkrechten Linien eines Kartengitters sind nicht zwingend geografische Nordlinien. Zwischen geografisch Nord und Gitternord liegt die Meridiankonvergenz. Wer Richtungen an einem UTM-Gitter abnimmt, muss die Beziehung zwischen diesem Gitter und magnetisch Nord berücksichtigen. Die Nordrichtungsangaben am Kartenrand zeigen, welche Korrektur gemeint ist.
Doppelte Korrekturen vermeiden
Bei einem Kompass mit einstellbarer Deklinationskorrektur wird die Einstellung nach dessen Anleitung vorgenommen. Eine bereits berücksichtigte Korrektur wird anschließend nicht noch einmal gerechnet. Auch digitale Karten und Geräte können zwischen geografischer und magnetischer Anzeige wechseln. Vor dem Übertragen eines Winkels wird deshalb immer seine Bezugsrichtung geklärt.





