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Impfungen für Wanderer & Outdoorer – welcher Schutz wann sinnvoll ist

Welche Impfungen vor einer Reise sinnvoll oder vorgeschrieben sind, hängt nicht allein vom Kontinent ab. Entscheidend sind die genaue Route, Transitländer, Reisezeit, Dauer, Unterkunft, geplante Aktivitäten, Alter, Schwangerschaft, Vorerkrankungen, Medikamente und der bisherige Impfstatus. Da Ausbrüche, Einreisevorgaben und Impfempfehlungen wechseln, wird der Plan anhand der im Reisezeitraum gültigen STIKO-Empfehlungen und Länderhinweise individuell ärztlich erstellt.

Impfstatus, Reiseroute und Vorlauf gemeinsam planen

Wenn das Fernweh ruft und die nächste Outdoor-Expedition geplant wird, sollte nicht nur an die Ausrüstung, sondern auch an den gesundheitlichen Schutz gedacht werden. Impfungen bieten hierbei einen essenziellen Schutzschild gegen potenzielle Krankheitserreger in verschiedenen Teilen der Welt.

Route und Transit, Reisedauer, Saison, Höhenlage, Unterkunft, Hygienestandard, Tierkontakt, berufliche Tätigkeit und Entfernung zur medizinischen Versorgung verändern das Risiko. Ebenso wichtig sind Alter, Schwangerschaft, Immunsuppression, chronische Erkrankungen, Allergien und frühere Impfreaktionen. Ein Termin möglichst mehrere Wochen vor Abreise lässt Zeit für Impfserien; auch bei kurzfristiger Reise lohnt eine sofortige Beratung, weil manche Maßnahmen noch möglich sind.

Der Impfpass wird vollständig geprüft, fehlende Standardimpfungen werden nach aktuellem Impfkalender ergänzt und erst danach kommen reisebedingte Indikationen hinzu. Ein Kontinent allein ist dafür zu grob: Innerhalb eines Landes können Höhenlage, Jahreszeit, Ausbruchsgeschehen und Reiseform zu unterschiedlichen Empfehlungen führen. Einreisevorgaben werden zusätzlich für jedes Ziel- und Transitland mit dem tatsächlichen Ein- und Ausreisedatum kontrolliert.


Reiseimpfungen, Standardimpfungen und Auffrischungen

Grundlage ist der alters- und risikogerechte Impfschutz nach der aktuell gültigen STIKO-Empfehlung. Dazu gehören je nach Geburtsjahr, Alter, Vorerkrankung und bisherigem Status unter anderem Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Masern, COVID-19, Influenza, Pneumokokken, Herpes zoster und RSV. Welche Impfung Standard-, Auffrisch-, Nachhol- oder Indikationsimpfung ist, wird individuell geprüft; eine pauschale Liste für alle Erwachsenen wäre falsch.

Impfplanung, Abstände & Kombis

  • Start: Möglichst frühzeitig, idealerweise mehrere Wochen vor Abreise; bei kurzfristiger Reise trotzdem sofort ärztlich beraten lassen, damit Serien rechtzeitig abgeschlossen sind.
  • Live-Impfstoffe (z. B. Gelbfieber, MMR, oraler Typhus): gleichzeitig verabreichen oder ≥ 28 Tage Abstand zwischen zwei injizierbaren/nasal verabreichten Live-Impfstoffen einhalten. Zwischen oralen und injizierbaren Live-Impfstoffen ist kein Mindestabstand nötig.
  • Beschleunigte Schemata (Last-Minute):
    • Hep A/B kombiniert (Twinrix): 0-7-21/30 Tage + Booster nach 12 Monaten (für Langzeitschutz).
    • Japanische Enzephalitis (IXIARO): Standard 0-28; Erwachsene 18–65 J.: 2. Dosis auch an Tag 7 möglich; spätestens ≥ 7 Tage vor Exposition abschließen.
    • Tollwut-Präexpositionsimpfung: 2-Dosen-Schema (Tag 0 & 7) für immun­kompetente Erwachsene möglich; reduziert Aufwände, verkürzt PEP im Ernstfall.

Dokumentation & Nachweise (ICVP)

  • Gelbfieber: Eintrag im International Certificate of Vaccination or Prophylaxis (ICVP); gültig ab Tag 10 nach Erstimpfung; lebenslange Gültigkeit (IHR-Änderung).
  • Polio (IPV): Bei längeren Aufenthalten in Staaten mit aktueller Poliovirus-Zirkulation können zeitgebundene Impf- und Dokumentationspflichten gelten. Betroffene Länder und Fristen für das internationale Impfzertifikat werden für das konkrete Ausreisedatum geprüft.

Impfempfehlungen nach Kontinenten

Die geografische Gliederung zeigt typische Fragestellungen, ist aber keine Impfliste. Risiko- und Pflichtgebiete können sich kurzfristig ändern; geprüft werden immer die konkreten Regionen, Grenzübertritte, Saison und Aktivitäten der geplanten Reise.

A. Afrika

  • Gelbfieber: Empfohlen/teils Pflicht (Zentral-/Westafrika); 1 Dosis, lebenslang, ICVP ab Tag 10 gültig.
  • Hepatitis A: 0 & 6–12 Monate; fäkal-oral (Wasser/Lebensmittel).
  • Hepatitis B: 0-1-6 Monate; Blut/Körperflüssigkeiten; für Langzeitaufenthalt, medizinische Einsätze, engen Kontakt.
  • Meningokokken ACWY: im afrikanischen Meningitisgürtel besonders bei engem Kontakt während der Trockenzeit prüfen; Auffrischung und Nachweisgültigkeit hängen von Alter, Präparat, Risiko und Einreisevorgabe ab.
  • Typhus: Injektion (1×, ca. 3 Jahre) oder oral (3×, alle 2 Tage); Nahrung/Wasser-Exposition.
  • Tollwut (PrEP): Tag 0 und 7 nach aktueller Indikation oder 0-7-21/28; wichtig bei Tierkontakt/entlegener Versorgung.
  • Polio: Risikogebiete und internationale Nachweispflichten anhand der für Reise- und Ausreisedatum gültigen Länderhinweise prüfen. Frist und Dokumentation werden reisemedizinisch festgelegt.

B. Asien

  • Japanische Enzephalitis (JE): Endemisch ländlich/Reisfelder, v. a. Regenzeit; 0-28 (oder 0-7 für 18–65 J. möglich), Abschluss ≥ 7 Tage vor Exposition.
  • Hepatitis A/B: wie oben.
  • Typhus: bei Straßenküchen/Märkten, ländliche Gebiete.
  • Tollwut: Indien, Nepal, Indonesien, Teile Chinas; Hunde/Affen/Katzen als Vektoren. PrEP 0-7 reduziert PEP.
  • Polio: Risikogebiete und internationale Nachweispflichten anhand der für Reise- und Ausreisedatum gültigen Länderhinweise prüfen. Frist und Dokumentation werden reisemedizinisch festgelegt.
  • Dengue: Qdenga wird nach STIKO für Reisende ab 4 Jahren nur bei anamnestisch laborbestätigter früherer Dengue-Infektion und erneuter Exposition in einem Endemiegebiet empfohlen; bei bislang nicht Infizierten besteht keine allgemeine Reiseimpfempfehlung (TAK-003) in der EU ab 4 J. zugelassen; selektiv bei Langzeitaufenthalten/hohem Risiko, nicht genereller Kurzreise-Standard.
  • Saudi-Arabien (Hadsch/Umrah): MenACWY ist Pflicht, ≥ 10 Tage vor Einreise, Zertifikat erforderlich; Polio-/Gelbfieber-Nachweise je nach Herkunftsland.

C. Europa

  • FSME: Endemisch in Süddeutschland/Österreich/Schweiz/Baltikum/Teilen Osteuropas & Skandinaviens; 0-1-5–12 Monate, Auffrischung 3–5 Jahre.
  • Saison: Zeckenaktivität typ. März–Oktober (auch milde Winter beachten).
  • Standardimpfungen: Tetanus/Diphtherie/Pertussis/MMR/Polio aktuell; Influenza bei Wintertouren.
  • Praxis: Bei Holzarbeiten/Angeln/Trail-Work Tetanus-Booster prüfen.

D. Nordamerika

  • Hepatitis A: Mexiko/Zentralamerika, ländliche Gebiete, Camps mit unsicherer Wasserversorgung.
  • Hepatitis B: Langzeit/medizinische Tätigkeiten/enger Kontakt.
  • Tollwut: Fledermäuse, Waschbären, Kojoten, Stinktiere; Bisse/Kratzer sofort melden.
  • Polio: Risikogebiete und internationale Nachweispflichten anhand der für Reise- und Ausreisedatum gültigen Länderhinweise prüfen. Frist und Dokumentation werden reisemedizinisch festgelegt.
  • Praxis: Abgelegene Wilderness-Zonen → Tetanus-Status und Erste-Hilfe-Access beachten.

E. Südamerika

  • Gelbfieber: Viele Amazonas-Regionen verlangen/empfehlen Impfung; Transit kann Zertifikatspflicht auslösen.
  • Hepatitis A: für Reisende in Endemiegebiete breit relevant; Hepatitis B nach individueller Gefährdungsbeurteilung.
  • Typhus: Ländliche Gebiete, eingeschränkte Wasserhygiene.
  • Tollwut: Hunde/Affen/Fledermäuse; PEP-Zugang teils limitiert → PrEP erwägen.
  • Polio: Risikogebiete und internationale Nachweispflichten anhand der für Reise- und Ausreisedatum gültigen Länderhinweise prüfen. Frist und Dokumentation werden reisemedizinisch festgelegt.
  • Cholera: Für Ausbruchsgebiete/Hilfseinsätze erwägen (zusätzlich zu Hygiene­maßnahmen).

F. Ozeanien (Australien & Pazifik)

  • Hepatitis A: bei entsprechender Endemielage und eingeschränkter Hygiene; Hepatitis B nach persönlichem Expositionsrisiko.
  • Typhus: Selektiv in abgelegenen Inselregionen.
  • Tollwut und andere Lyssaviren: Australien ist frei von klassischer terrestrischer Tollwut, Fledermauskontakte bleiben jedoch medizinisch dringlich; für weitere Inselstaaten gelten eigene Risikobewertungen und Einreisevorschriften.
  • Polio: Risikogebiete und internationale Nachweispflichten anhand der für Reise- und Ausreisedatum gültigen Länderhinweise prüfen. Frist und Dokumentation werden reisemedizinisch festgelegt.

Zusätzliche Impf- & Vorsorgehinweise

Chikungunya – neue Reiseimpfempfehlung 2026

Die STIKO empfiehlt die Impfung ab zwölf Jahren bei Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete. Bei mehr als vier Wochen oder wiederholten Kurzaufenthalten in Endemiegebieten kommt sie zusätzlich für Menschen mit erhöhtem Risiko eines schweren oder chronischen Verlaufs infrage. Ab 60 Jahren soll ausschließlich der Totimpfstoff verwendet werden; für Auffrischungen ist 2026 noch kein Zeitpunkt festgelegt.

Polio (IPV) – Booster & Aus-/Einreise

  • Erwachsene mit Grundimmunisierung: einmaliger IPV-Booster bei Reisen/Langzeitaufenthalten in Ländern mit Polio-Zirkulation.
  • Bei > 4-wöchigem Aufenthalt kann Ausreise-Nachweis (ICVP) verlangt werden, Impfung 4 Wochen–12 Monate vor Ausreise.

Dengue (Qdenga)

  • Zugelassen ab 4 Jahren; nach STIKO Reiseindikation nur bei laborbestätigter früherer Dengue-Infektion und erneuter Exposition (Langzeit, hohe Exposition, Serostatus, Saison). Kurzreisen: Fokus auf Mückenschutz (DEET/PMD, Netze, Kleidung).

Cholera

  • Selektive Indikation (Ausbruchsgebiete, desolate Sanitärverhältnisse, Hilfseinsätze). Orale Schemata; Impfung ergänzt Hygiene, ersetzt sie nicht. (Länderspezifische Verfügbarkeit beachten.)

„Typhus“ richtig einordnen

  • Gemeint ist im Reisekontext fast immer Bauchtyphus (Salmonella Typhi), nicht Fleckfieber (Rickettsien). Impfung schützt nicht zu 100 %Lebensmittel-/Wasserhygiene bleibt Pflicht.

Höhenlagen & Impfreaktionen

  • Hochgebirge: Impfungen mind. 1–2 Wochen vor Start abschließen; so fallen Reaktogenität/Unwohlsein nicht in die Akklimatisationsphase.

Kombination Impfungen ↔ Reiseapotheke

  • Kombinationspräparate (z. B. Hep A/B, Tdap/IPV) sparen Termine.
  • Apotheke: Mückenschutz, Moskitonetz, Wasserentkeimung, Verbandsmaterial, ggf. Stand-by-Antibiotikum nach ärztlicher Beratung.

Besondere Gruppen

  • Schwangere: Lebendimpfstoffe (MMR, Varizellen, i. d. R. Gelbfieber, oraler Typhus) vermeiden; Ausnahme Gelbfieber bei unvermeidbarer Hochrisiko-Reise nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
  • Immunsupprimierte: Wenn möglich vor Therapie impfen; inaktivierte Impfstoffe bevorzugen; Lebendimpfstoffe bei signifikanter Immunsuppression kontraindiziert.
  • Kinder: Schemata/Mindestabstände altersabhängig (z. B. JE-Dosis), Polio-/MMR-Status sichern.

Nach der Rückkehr

  • Einige Erreger haben lange Inkubationszeiten. Bei Fieber, Exanthem, Magen-Darm-Beschwerden, neurologischen Symptomen: Arztkontakt, Reiseroute & Tierkontakte angeben. Manche Serien (z. B. Hep B, Hep A/B) erfordern Abschlussdosis nach der Reise.

Praktische Planung – Kurzcheck

  • 6–8 Wochen vorher starten; Deadline: JE ≥ 7 Tage, Gelbfieber ≥ 10 Tage vor Einreise.
  • Saison einplanen: JE (Regenzeit), FSME (Zeckensaison), Meningokokken (Trockenzeit).
  • ICVP mitführen (Gelbfieber/Polio etc.).
  • Lokale Einreisevorgaben (z. B. MenACWY für Hadsch/Umrah) rechtzeitig prüfen.

Die Länderabschnitte dienen nur zur Vorbereitung des Arztgesprächs. Vor der Reise werden aktuelle Ausbrüche, Einreise- und Ausreisevorgaben, Transitregeln, zugelassene Impfstoffe und persönliche Gegenanzeigen erneut geprüft. Impfungen ersetzen weder Mücken- und Zeckenschutz noch Lebensmittel-, Wasser- und Tierkontakt-Hygiene.


Impfungen 2026: Indikation, Schema und wichtige Grenzen

Stand 2026: Die Übersicht verbindet die erhaltene Reiseplanung mit den wichtigsten Impfoptionen. Sie ist eine Vorbereitung für die individuelle reisemedizinische Beratung; aktuelle Länder- und Transitregeln werden unmittelbar vor der Reise erneut geprüft.
SCHRITT 01Impfpass
Dokumentierte Dosen, durchgemachte Erkrankungen, frühere Reaktionen und offene Nachholimpfungen vollständig erfassen.
SCHRITT 02Persönliches Profil
Alter, Schwangerschaft, Immunsuppression, chronische Erkrankungen, Medikamente und Allergien vor Auswahl und Terminierung berücksichtigen.
SCHRITT 03Reiseroute
Zielregionen, Transit, Saison, Dauer, Höhenlage, Unterkunft und Entfernung zur medizinischen Versorgung konkret benennen.
SCHRITT 04Aktivitäten
Tierkontakt, Höhlen, Trekking, Süßwasser, medizinische Arbeit, Menschenansammlungen und ländliche Aufenthalte gesondert bewerten.
SCHRITT 05Aktuelle Lage
Ausbrüche, Ein- und Ausreisevorgaben sowie vor Ort verfügbare medizinische Versorgung kurz vor Abreise erneut kontrollieren.
SCHRITT 06Impfstoff
Zulassung, Produktschema, Mindestabstände, Alter, Gegenanzeigen und benötigten Vorlauf anhand des tatsächlich verwendeten Präparats festlegen.
SCHRITT 07Dokumentation
Erforderliche internationale Impfnachweise korrekt ausstellen lassen und zusätzlich eine sichere Kopie getrennt mitführen.
SCHRITT 08Expositionsschutz
Impfung mit Mücken-, Zecken-, Lebensmittel-, Wasser- und Tierkontakt-Schutz sowie einem Plan für Beschwerden nach der Rückkehr kombinieren.
ChikungunyaReiseimpfung · 2026 aktualisiert
Wann relevant
Ab 12 Jahren bei Reisen in ein Gebiet mit aktuellem Ausbruch. Außerdem bei Aufenthalten über vier Wochen oder wiederholten Kurzreisen in Endemiegebiete, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder chronischen Verlauf besteht, etwa ab 60 Jahren oder bei schwerer internistischer Grunderkrankung.
Schema und Vorlauf
Eine Impfstoffdosis. Für 12- bis 59-Jährige kommt je nach individueller Abwägung ein attenuierter Lebendimpfstoff oder ein Totimpfstoff infrage; ab 60 Jahren soll nach STIKO nur der Totimpfstoff verwendet werden.
Wichtige Grenze
Ob und wann aufgefrischt werden muss, ist 2026 noch nicht festgelegt. Impfstoff, Alter, Vorerkrankungen und Gegenanzeigen gehören deshalb zwingend in die reisemedizinische Beratung.
Trotz Impfung
Konsequenter Schutz vor tagaktiven Aedes-Mücken bleibt nötig: bedeckende Kleidung, geeignetes Repellent und mückensichere Unterkunft.
GelbfieberReiseimpfung · ICVP
Wann relevant
Für Gelbfieber-Risikogebiete und bei bestimmten Einreise- oder Transitkonstellationen. Maßgeblich sind die Länderregeln am tatsächlichen Reisetag, nicht nur das Hauptziel.
Schema und Nachweis
Eine dokumentierte Dosis; das internationale Impfzertifikat wird zehn Tage nach der Impfung gültig und gilt nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften lebenslang.
Medizinische Auffrischung
Die lebenslange Zertifikatsgültigkeit ist von der ärztlichen Impfempfehlung zu unterscheiden. Für einzelne Gruppen kann die STIKO vor erneuter Exposition eine zweite Dosis empfehlen, etwa abhängig vom Alter bei der Erstimpfung.
Wichtige Grenze
Lebendimpfstoff mit besonderen Gegenanzeigen. Impfung und ICVP-Eintrag müssen in einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle erfolgen.
Hepatitis AReiseimpfung
Wann relevant
Für Reisende in Endemiegebiete, besonders bei unsicherer Lebensmittel- und Wasserhygiene, engem Alltagskontakt oder abgelegener Versorgung.
Schema und Vorlauf
Monovalente Impfstoffe werden produkt- und altersabhängig mit zwei Dosen grundimmunisiert; der Abstand liegt meist zwischen sechs und 18 Monaten. Auch kurz vor Abreise kann die erste Dosis noch sinnvoll sein.
Kombinationsimpfstoff
Bei Hepatitis-A/B-Kombinationsimpfstoffen sind für einen vorläufigen Hepatitis-A-Schutz mindestens zwei Dosen nötig; das konkrete Standard- oder Schnellschema richtet sich nach Präparat und Alter.
Trotz Impfung
Hand-, Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene bleiben wichtig, da die Impfung nicht gegen andere Durchfallerreger schützt.
Hepatitis BReise- oder Indikationsimpfung
Wann relevant
Nach individueller Gefährdungsbeurteilung, etwa bei längeren Aufenthalten, engem Kontakt zur Bevölkerung, medizinischer Tätigkeit, Sexualkontakten, Tattoos/Piercings oder möglicher Behandlung unter unsicheren Bedingungen.
Schema
Häufig drei Dosen bei 0, 1 und 6 Monaten. Produktabhängige Schnellverfahren benötigen zusätzliche Dosen; ein verkürzter Start ersetzt den vorgesehenen Abschluss nicht.
Kontrolle
Ob eine serologische Erfolgskontrolle nötig ist, hängt unter anderem von Expositionsrisiko, Immunsystem, Alter und Vorerkrankungen ab.
Wichtige Grenze
Eine pauschale Empfehlung allein aufgrund eines Kontinents ist nicht sachgerecht; Route, Tätigkeit und persönliches Risiko entscheiden.
Hepatitis A/B kombiniertKombinationsimpfung
Wann relevant
Wenn für dieselbe Reise sowohl ein Schutz gegen Hepatitis A als auch gegen Hepatitis B angezeigt ist und Termine gebündelt werden sollen.
Standardschema
Für Jugendliche und Erwachsene üblicherweise drei Dosen bei 0, 1 und 6 Monaten; Altersgrenzen und Dosisstärken des Präparats beachten.
Schnellschema
Für Erwachsene ist produktabhängig ein Schema an den Tagen 0, 7 und 21 mit einer vierten Dosis nach zwölf Monaten möglich.
Planungsfehler vermeiden
Nach zwei frühen Dosen besteht noch keine vollständig abgeschlossene Langzeitimmunisierung. Der Termin für die spätere Abschlussdosis gehört sofort in den Kalender.
Typhus und ParatyphusSelektive Reiseimpfung
Wann relevant
Vor allem bei Reisen unter einfachen Bedingungen in Gebiete mit erhöhtem Typhusrisiko, bei engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung oder problematischer Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene.
Schema
Je nach verfügbarem Präparat als einmalige Injektion oder orale Impfserie. Vorlauf, Altersgrenzen, Wiederholungsintervalle und Wechselwirkungen richten sich nach der Fachinformation.
Wichtige Grenze
Die Impfung bietet nur Teilschutz gegen Bauchtyphus und schützt nicht zuverlässig gegen Paratyphus. Sichere Nahrung und sicheres Wasser bleiben entscheidend.
Begriff
Bauchtyphus durch Salmonella Typhi ist nicht mit Fleckfieber durch Rickettsien zu verwechseln.
Meningokokken ACWYReiseimpfung · teils Pflicht
Wann relevant
Bei engem Kontakt in Ländern mit epidemischem Vorkommen, besonders im afrikanischen Meningitisgürtel, sowie bei Massenveranstaltungen oder besonderen Einreisevorgaben.
Schema
Ab sechs Monaten wird für Reisende meist eine Dosis eines altersgerecht zugelassenen quadrivalenten Konjugatimpfstoffs verwendet; bei jüngeren Säuglingen gelten abweichende Schemata.
Nachweis
Für Hadsch und Umrah ist ein gültiger MenACWY-Nachweis vorgeschrieben. Mindestvorlauf, anerkannte Impfstoffe und Gültigkeitsdauer müssen für die jeweilige Saison aktuell geprüft werden.
Wichtige Grenze
MenACWY deckt die Serogruppen A, C, W und Y ab; eine mögliche MenB-Indikation wird getrennt bewertet.
Tollwut-PräexpositionsimpfungReiseimpfung · Tierkontakt
Wann relevant
Bei möglichem Kontakt zu Hunden, Katzen, Affen oder Fledermäusen, besonders auf langen oder abgelegenen Touren mit erschwertem Zugang zu Impfstoff und Immunglobulin.
Schema
Konventionell drei Dosen an den Tagen 0, 7 und 21 oder 28. Für immunkompetente Personen ist produktabhängig auch ein alternatives Zweidosenschema an Tag 0 und 7 zugelassen.
Nach Zweidosenschema
Bei weiterbestehendem Risiko über ein Jahr hinaus soll wegen begrenzter Langzeitdaten spätestens nach einem Jahr eine dritte Präexpositionsdosis erfolgen; Details nach Fachinformation.
Nach Tierkontakt
Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife reinigen und unverzüglich medizinische Hilfe für die Postexpositionsprophylaxe suchen. Auch vollständig Vorgeimpfte benötigen nach relevanter Exposition weitere Impfungen.
Japanische EnzephalitisSelektive Reiseimpfung
Wann relevant
Bei Reisen in Endemiegebiete während der Übertragungszeit, besonders bei Ausbrüchen, Aufenthalten über vier Wochen, wiederholten Reisen oder vorhersehbarer Nähe zu Reisfeldern und Schweinehaltung.
Schema
Zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen. Für Erwachsene von 18 bis einschließlich 65 Jahren ist ein Schnellverfahren an Tag 0 und 7 zugelassen.
Vorlauf und Booster
Die Grundimmunisierung soll mindestens sieben Tage vor möglicher Exposition abgeschlossen sein. Vor erneuter Exposition ist eine Auffrischung frühestens zwölf Monate nach der Grundimmunisierung vorgesehen.
Trotz Impfung
Konsequenter Mückenschutz bleibt erforderlich; das individuelle Risiko hängt stark von Region, Saison, Dauer und Aufenthaltsform ab.
FSMEStandard-/Reiseindikation nach Gebiet
Wann relevant
Bei Zeckenexposition in ausgewiesenen FSME-Risikogebieten Deutschlands oder in ausländischen Endemiegebieten. Entscheidend sind Aktivität und Aufenthaltsort, nicht die Staatsgrenze allein.
Schema
Drei Dosen nach dem Schema des verwendeten Impfstoffs; für kurzfristige Reisen existieren produktabhängige Schnellverfahren.
Auffrischung
Intervalle sind alters- und präparatabhängig und liegen typischerweise bei drei bis fünf Jahren. Impfpass und Fachinformation sind maßgeblich.
Wichtige Grenze
Die Impfung schützt vor FSME, nicht vor Borreliose. Zeckenkontrolle, geeignete Kleidung und frühes Entfernen angehefteter Zecken bleiben nötig.
Poliomyelitis (IPV)Standard- und Reiseimpfung · teils Nachweis
Grundschutz
Unvollständige Serien werden nachgeholt. Erwachsene erhalten nach vollständiger Grundimmunisierung im Rahmen der üblichen Empfehlung eine einmalige Auffrischung; zusätzliche Reisedosen richten sich nach aktueller Viruszirkulation.
2026 wichtig
Die Ländereinstufung folgt dem jeweils jüngsten Statement des WHO-Polio-Notfallausschusses und kann sich kurzfristig ändern.
Nachweispflicht
Bei Aufenthalten über vier Wochen in bestimmten Staaten kann bei Ausreise eine zeitgerecht verabreichte IPV-Dosis im internationalen Impfpass verlangt werden. Land und Frist für das konkrete Ausreisedatum prüfen.
Planung
Transit, Grenzübertritte und ein möglicherweise zusammengebrochenes Gesundheitssystem können die Empfehlung verändern; nicht mit einer alten Länderübersicht arbeiten.
CholeraSelektive Reiseimpfung
Wann relevant
Bei Reisen in Cholera-Epidemiegebiete mit voraussichtlich unsicherem Trinkwasserzugang, bei längerer Tätigkeit dort oder bei Katastrophenhilfe.
Schema
Orale Impfung nach Alter und Fachinformation des verfügbaren Präparats; Dosiszahl, Abstände, Abschluss vor Abreise und Auffrischung sind produktabhängig.
Wichtige Grenze
Keine allgemeine Standardimpfung für gewöhnliche Pauschal- oder Trekkingreisen. Der Schutz ersetzt weder Trinkwasser- noch Lebensmittel- und Handhygiene.
Bei Durchfall
Schneller Flüssigkeits- und Elektrolytersatz ist lebenswichtig; schwere oder anhaltende Verläufe benötigen medizinische Behandlung.
Dengue (Qdenga)Selektive Reiseimpfung
Wann empfohlen
Ab vier Jahren bei anamnestisch labordiagnostisch gesicherter früherer Dengue-Infektion und geplanter Reise in ein Endemiegebiet mit erhöhtem Expositionsrisiko, etwa bei längerem Aufenthalt oder aktuellem Ausbruch.
Schema
Zwei Dosen im Mindestabstand von drei Monaten; die vollständige Serie soll vor Abreise abgeschlossen sein.
Dengue-naive Personen
Für Menschen ohne frühere Dengue-Infektion spricht die STIKO 2026 wegen der begrenzten Datenlage keine allgemeine Reiseimpfempfehlung aus.
Trotz Impfung
Tagaktiven Mücken konsequent ausweichen. Fieber mit starken Schmerzen, Blutungszeichen oder Kreislaufproblemen während oder nach der Reise rasch ärztlich abklären lassen.
Masern, Mumps, Röteln (MMR)Standard- und Nachholimpfung
Wann relevant
Fehlende oder unklare Immunität wird anhand von Alter, Geburtsjahr, Dokumentation und aktueller STIKO-Empfehlung geklärt. Reisen und Gemeinschaftsunterkünfte erhöhen die Bedeutung eines vollständigen Masernschutzes.
Schema
Je nach Ausgangslage ein oder zwei dokumentierte Dosen eines MMR-Impfstoffs; Mindestabstände und Nachholbedarf werden individuell festgelegt.
Lebendimpfstoff
Nicht in der Schwangerschaft und bei erheblicher Immunsuppression. Zwei injizierbare Lebendimpfstoffe werden am selben Termin oder mit mindestens vier Wochen Abstand gegeben.
Planung
Bei Kinderreisen nicht nur den Impfpass der Erwachsenen prüfen; altersgerechte Impfungen und gegebenenfalls vorgezogene Termine ärztlich abstimmen.
Tetanus, Diphtherie, PertussisStandard- und Auffrischimpfung
Outdoor-Relevanz
Schnitt-, Stich- und Schürfwunden machen einen dokumentierten Tetanusschutz besonders wichtig. Diphtherie und Pertussis werden bei der regulären Auffrischung mitgeprüft.
Auffrischung
Td üblicherweise alle zehn Jahre; die nächste fällige Dosis einmalig als Tdap, bei Polio-Indikation gegebenenfalls als Tdap-IPV-Kombination.
Nach Verletzung
Die Versorgung richtet sich nach Wundart, Impfstatus und Zeitpunkt der letzten Dosis. Wunde reinigen und bei tiefen, verschmutzten, gebissenen oder schlecht beurteilbaren Verletzungen medizinisch abklären lassen.
Planungsfehler vermeiden
Eine kurz vor der Reise gegebene Auffrischung ersetzt keine fachgerechte Wundversorgung und keine gegebenenfalls erforderliche Immunglobulingabe.
Influenza und COVID-19Standard-/Indikationsimpfungen
Wann relevant
Aktuellen Schutz nach Alter, Grunderkrankungen, Schwangerschaft, Saison, Reiseziel und geplanten Menschenansammlungen prüfen. Die Empfehlungen sind nicht für alle Altersgruppen identisch.
Saison
Influenza-Impfstoffe müssen zur jeweiligen Saison und Hemisphäre passen. Bei längeren Reisen über Jahreszeiten oder Hemisphären hinweg gehört der Zeitpunkt in die individuelle Beratung.
2026 einordnen
Für ältere Personen und bestimmte Risikogruppen gelten besondere Impfstoff- beziehungsweise Wiederholungsregeln. Maßgeblich ist der aktuelle STIKO-Impfkalender, nicht ein pauschales jährliches Schema für alle.
Praktisch
Impfreaktionen nicht unmittelbar vor einen anspruchsvollen Aufstieg oder eine abgelegene Tour legen; ausreichend Puffer einplanen.