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Armschlinge selber machen: Den Arm mit Kleidung ruhigstellen

Nach einem Sturz kann schon das Gewicht der Hand am verletzten Handgelenk oder Unterarm ziehen. Beim Gehen pendelt der Arm, beim Aufstehen wird er unwillkürlich belastet. Eine breite Schlinge aus Kleidung nimmt dieses Gewicht auf. Eine zusätzliche feste Auflage kann Hand und Handgelenk unterstützen. Die Unterstützung muss die schmerzhafte Bewegung vermindern, ohne neue Druckstellen oder Taubheit zu erzeugen.

Du brauchst dafür kein Dreiecktuch. Ein ausreichend großes Hemd, eine Jacke oder ein anderer tragfähiger Stoff kann den Arm aufnehmen. Für eine feste Auflage kommen gepolsterte Holzstücke infrage. Welche Form sinnvoll ist, hängt von der verletzten Stelle ab: Eine Schlinge trägt den Arm, eine kurze Handgelenkstütze begrenzt vor allem das Abknicken der Hand. Einen Unterarmschaftbruch, bei dem auch Drehbewegungen zwischen Speiche und Elle verhindert werden müssen, stabilisiert eine kurze Unterlage allein nicht ausreichend.

Arm ablegen und Finger prüfen

Stütze den Arm zunächst mit der unverletzten Hand oder lege den ganzen Unterarm auf den Oberschenkeln ab. Eine gefaltete Jacke kann Hohlräume auffüllen. Übernimm die Stellung, in der der Arm am wenigsten schmerzt. Wenn der Ellenbogen bequem gebeugt werden kann, lässt sich der Unterarm vor dem Körper tragen. Ist das nicht möglich, wird die Unterstützung an die vorhandene Stellung angepasst. Ein vermeintlich vorgeschriebener rechter Winkel ist kein Grund, gegen Schmerzen oder Widerstand zu arbeiten.

Schwellung, Bluterguss und Bewegungsschmerz können sowohl bei einem Bruch als auch bei einer schweren Verstauchung auftreten. Eine sichere Unterscheidung ist im Gelände oft nicht möglich. Sichtbare Fehlstellung, eine Wunde im Bereich des vermuteten Bruchs oder Veränderungen an den Fingern machen die Verletzung besonders dringlich. Eine stärkere Blutung wird zuerst versorgt; danach müssen Wunde und Verband beim Unterstützen zugänglich bleiben.

Nimm Ringe, Uhr und einengende Armbänder früh ab. Vergleiche anschließend die Finger mit der anderen Hand. Dieser erste Befund ist wichtig: Später musst du erkennen können, ob etwas erst durch eine Bindung schlechter geworden ist oder schon seit dem Sturz besteht.

Farbe und Wärme

Sind die Finger ungefähr so warm und gefärbt wie an der unverletzten Hand? Auffällige Blässe, bläuliche Verfärbung oder eine deutlich kühlere Hand können auf eine gestörte Versorgung hinweisen.

Gefühl und vorsichtige Bewegung

Berühre die Finger leicht und vergleiche das Empfinden beider Seiten. Frage nach Kribbeln oder Taubheit. Die Finger dürfen vorsichtig bewegt werden, soweit das schmerzarm gelingt; kräftiges Zupacken ist dafür nicht nötig.

Eine Armschlinge aus Hemd oder Jacke anlegen

Eine Schlinge muss den Unterarm über eine breite Fläche tragen. Hängt nur das Handgelenk in einem schmalen Band, bleiben Ellenbogen und Unterarm teilweise ungestützt. Auch ein schwerer Knoten oder eine harte Naht kann auf Dauer drücken. Wähle deshalb möglichst einen festen, wenig dehnbaren Stoff und verteile die Last bis zur Hand. Finger und Fingernägel bleiben sichtbar.

Allein ist eine bereits getragene, geknöpfte Jacke oft die leichter anlegbare Unterstützung. Lege den Arm auf den Oberschenkeln ab und öffne mit der gesunden Hand einige Knöpfe auf Höhe des Unterarms. Führe die verletzte Hand vorsichtig hinter die Vorderseite und schließe den Stoff so weit, dass er das Gewicht am Körper aufnimmt. Prüfe anschließend, ob auch der Unterarm getragen wird und keine Knopfkante gegen die schmerzende Stelle drückt. Zum Öffnen und Nachstellen wird der Arm wieder aufgelegt.

Mit einem Helfer kann ein abgelegtes langärmeliges Hemd eine breitere Schlinge bilden. Sein Rumpfteil nimmt den Unterarm auf; die Ärmel dienen als lange Enden. Schließe die Vorderseite, damit zwischen den Stoffbahnen keine Öffnung entsteht, durch die der Arm rutschen kann. Falte den Rumpfteil so, dass eine ausreichend breite Auflage vom Ellenbogen bis zur Hand entsteht. Die beiden Ärmel werden von den Enden dieser Auflage nach oben zum Nacken beziehungsweise zur Schulter geführt.

Stoff auf dem Schoß vorbereiten

Der Helfer legt das Kleidungsstück aus, während der verletzte Arm unterstützt bleibt. Er prüft die Länge der Ärmel und die spätere Lage des Knotens, bevor Gewicht auf den Stoff kommt. Der Verletzte kann seinen Unterarm bis zum Einlegen mit der gesunden Hand tragen.

Unterarm und Ellenbogen aufnehmen

Der Helfer führt den Stoff unter den ruhenden Arm. Die Auflage reicht vom Ellenbogen bis zur Hand; der Ellenbogen soll nicht seitlich aus der Stofftasche rutschen. Ein gefalteter Stoffrand kann die offene Ecke schließen.

Höhe und Halsauflage einstellen

Stelle die Schlinge so ein, dass die Hand bei bequem gebeugtem Ellenbogen etwas höher liegt als dieser. Der Stoff trägt bis zur Kleinfingerseite der Hand, während die Fingernägel frei bleiben. Verbreitere eine schmale Auflage am Hals mit einem gefalteten Bereich desselben Kleidungsstücks. Der Knoten liegt seitlich oberhalb des Schlüsselbeins, nicht unter einer späteren Rucksackauflage.

Last langsam auf die Schlinge übertragen

Lass den Arm erst los, wenn Stoff und Knoten halten. Prüfe im Sitzen, ob der Unterarm gleichmäßig getragen wird oder ob nur die Hand hängt. Verbinde gleich breite Enden mit einem flachen Kreuzknoten: rechts über links und darunter, anschließend links über rechts und darunter. Danach werden Finger und Druckstellen erneut geprüft.

Ein hochgeschlagener Jacken- oder Hemdsaum kann eine weitere Stofftasche bilden, braucht aber eine belastbare Befestigung, etwa passende Knöpfe oder eine Sicherheitsnadel. Prüfe die Verbindung am unbelasteten Kleidungsstück. Für eine solche Saumtasche muss der Stoff lang genug sein, damit die Auflage unter dem ganzen Unterarm liegt. Die bloß eingeschobene Hand und eine vollständig befestigte Saumtasche übernehmen deshalb nicht dieselbe Last.

Hand und Handgelenk mit einer gepolsterten Aststütze unterstützen

Eine feste Auflage kann sinnvoll sein, wenn die Hand trotz Schlinge immer wieder abknickt und sich die zusätzliche Stütze schmerzarm anlegen lässt. Sie liegt unter Hand und Unterarm. Der Aufbau muss deshalb lang genug sein, um das Handgelenk zu überbrücken, und breit genug, um das Gewicht ohne harte Druckkanten aufzunehmen. Die Fingergrundgelenke und der Daumen bleiben frei. Eine kurze Auflage dieser Art verhindert die Drehung des ganzen Unterarms nicht; bei Schmerzen oder Instabilität weiter oben im Unterarm reicht sie als alleinige Schienung nicht aus.

Zwei natürliche Äste liegen mit T-Shirt-Stoff auf drei offenen breiten Stoffbindungen
Vorbereiteter Aufbau mit zwei Ästen und drei offenen Stoffbindungen. Vor dem Anlegen müssen die noch sichtbaren Holzenden abgerundet und zusammen mit dem übrigen Holz durchgehend weich bedeckt sein.

Wähle zwei feste, möglichst gerade Äste, die nebeneinander eine brauchbare Auflage ergeben. Ihre Länge wird an der Unterseite vom mittleren Unterarm bis in den Handballen abgenommen. Runde scharfe Enden ab und entferne vorstehende Astansätze. Die Polsterung muss etwas länger und breiter sein als das Holz, damit auch die Enden bedeckt bleiben. Sie füllt zugleich die Hohlräume zwischen Körper und Auflage; eine dünne Stofflage allein gleicht einen harten Rindenhöcker nicht aus.

Im Survival Training kannst du vorab üben, Polster und Bindungen aus einem Kleidungsstück zu gewinnen. Plane die Aufteilung, bevor du den Stoff zerschneidest. Aus dem unteren Rumpfteil eines entbehrlichen T-Shirts lassen sich drei breite Querstreifen gewinnen; geschlossene Stoffringe werden an einer Stelle geöffnet. Ihre Länge muss für Arm, Polster, Holz und einen erreichbaren Knoten ausreichen. Der übrige Stoff wird als Polster genutzt. Dieses T-Shirt steht dann nicht zusätzlich als Armschlinge zur Verfügung. Ein sehr dehnbarer Streifen, der sich unter Zug zu einem schmalen Strang rollt, verteilt den Druck schlecht.

Bindungen unter der Auflage auslegen

Lege die Stoffstreifen quer auf eine feste Arbeitsfläche. Ordne darüber die Äste ungefähr parallel in Längsrichtung des später aufliegenden Arms an. Sie müssen als gemeinsamer Aufbau gehalten werden und dürfen beim Anlegen nicht einzeln wegrollen.

Holz durchgehend weich bedecken

Lege den übrigen Stoff über und um die Äste. Fülle Vertiefungen auf, ohne dicke harte Nahtwülste an die Haut zu bringen. Streiche über die spätere Kontaktfläche und prüfe mit leichtem Druck, ob Enden, Knöpfe oder Rindenkanten durchdrücken. Erst dann kommt der Aufbau an den Arm.

Stütze unter den ruhenden Arm führen

Der Verletzte sitzt mit dem Unterarm auf einer Unterlage und unterstützt ihn, soweit möglich, kurz mit der gesunden Hand. Der Helfer führt die vorbereitete Stütze von unten heran. Anschließend liegt der ganze Aufbau wieder auf. Übernimm dabei die bequeme Handstellung; die Äste sollen eine ruhige Auflage schaffen und nicht das Gelenk mit ihrer Kante in eine andere Stellung drücken.

Stoffbindungen einzeln schließen

Die Bindungen halten die Stütze am Unterarm und an der Mittelhand. Sie liegen außerhalb von Wunde und schmerzhaftester Stelle; bei einer Handgelenkverletzung bleibt dieser Bereich zwischen den Bindungen zugänglich. Schließe die Enden seitlich mit flachen Knoten und ziehe nur so weit an, dass nichts verrutscht. Finger und Daumen bleiben frei. Prüfe sie unmittelbar danach erneut.

Das Heranführen, Festhalten und Verknoten dieser Stütze ist als Partnerhilfe beschrieben. Der Helfer braucht beide Hände, während der verletzte Arm abgestützt bleibt. Allein wird zunächst die am Körper getragene Kleidung zur Unterstützung genutzt. Eine mit einer Hand nicht kontrollierbare Montage würde den Arm gerade während des Anlegens wieder bewegen.

Nach dem Anlegen Finger, Druckstellen und Schmerzen vergleichen

Vergleiche Farbe, Wärme und Gefühl mit dem Befund vor dem Anlegen. Prüfe die Hand unmittelbar nach dem Schließen, nach den ersten Bewegungen und anfangs etwa alle zehn Minuten. Neue Taubheit, zunehmendes Kribbeln, blasse oder kalte Finger sprechen dafür, dass die Versorgung schlechter geworden ist. Lege den Arm vollständig auf und lockere dann die entsprechende Bindung, ohne die Stütze abfallen zu lassen.

Als zusätzliche Beobachtung kannst du einen Fingernagel etwa fünf Sekunden leicht drücken, bis das Nagelbett blass wird. Nach dem Loslassen sollte die Farbe rasch zurückkehren; ungefähr zwei Sekunden gelten bei warmer Hand als Orientierung. Kälte kann diese Zeit auch bei Gesunden deutlich verlängern. Beurteile den Arm deshalb nicht allein anhand dieser Zahl, sondern zusammen mit Temperatur, Hautfarbe, Gefühl und dem Vergleich zur unverletzten Seite.

Schwellung kann zunehmen und eine anfangs passende Befestigung enger machen. Stoff kann außerdem durch Feuchtigkeit verrutschen oder sich unter Last zusammenrollen. Bleiben starke zunehmende Schmerzen, ein gespanntes Schwellungsgefühl oder Gefühlsstörungen trotz Entlastung und gelockerter Bindungen bestehen, ist nicht nur die Passform zu prüfen. Nach Verletzungen kann auch der Druck innerhalb eines Muskelraums steigen und die Gewebedurchblutung gefährden. Ein solches akutes Kompartmentsyndrom braucht rasche medizinische Druckentlastung; eine Schlinge behandelt diese Ursache nicht.

Die Unterstützung beim Ruhen und Gehen erhalten

Lege den Unterarm beim Sitzen und Schlafen zusätzlich auf gefaltete Kleidung, damit sein Gewicht nicht ständig am Nacken hängt. Prüfe die Auflage am Hals, die Ellenbogenecke und die Ränder der festen Stütze. Anhaltender punktueller Druck verlangt eine breitere oder anders gefaltete Polsterung. Eine nasse, verdrehte Stoffkante wird geglättet oder durch einen trockeneren Bereich ersetzt.

Für einen notwendigen Ortswechsel wird die Unterstützung im Sitzen fertiggestellt und geprüft. Danach richtest du dich mit der gesunden Hand auf. Die verletzte Hand trägt weder Gepäck noch einen Teil des Körpergewichts. Wähle einen Weg, auf dem du sie nicht zum Festhalten oder Abstützen brauchst. Kontrolliere nach der ersten kurzen Strecke erneut, ob sich Knoten, Handlage oder Druck verändert haben.