Survival
  1. Home
  2. Wissen
  3. Survival-Wiki

Cold Soaking | Einweichen ersetzt keinen notwendigen Kochschritt

Cold Soaking bedeutet, geeignete trockene Lebensmittel ohne Erhitzen in Wasser einzuweichen. Dabei verändert sich vor allem die Konsistenz. Die Methode kann eine Mahlzeit ohne Kocher ermöglichen, ersetzt aber keinen Kochschritt, der für das jeweilige Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist.

Lebensmittel beim kalten Einweichen in einem Schraubbehälter
Cold Soaking

Geeignet ist nicht gleich trocken

Für die Auswahl zählt, ob eine Zutat bereits ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden darf. Trockenfrüchte oder entsprechend ausgewiesene verzehrfertige Getreideprodukte sind anders zu beurteilen als rohe Hülsenfrüchte. Bei Mischprodukten müssen sämtliche Zutaten zur kalten Zubereitung passen.

Bezeichnungen wie Instant, dehydriert oder gefriergetrocknet sagen für sich genommen nicht, dass kaltes Wasser genügt. Maßgeblich sind die Zubereitungs- und Lagerangaben des konkreten Produkts. Vorgeschriebene Kochzeiten nicht durch längeres Einweichen ersetzen.

Rohe Bohnen bleiben ein Problem

Rohe beziehungsweise unzureichend gegarte Bohnen können gesundheitsschädliche Lektine enthalten; besonders bekannt ist dies bei roten Kidneybohnen. Dass die Bohne Wasser aufgenommen hat und weicher geworden ist, beseitigt dieses Problem nicht. Solche Zutaten gehören nicht ungekocht in einen Cold-Soaking-Ansatz.

Bereits gegarte Dosenbohnen sind anders verarbeitet als rohe Trockenbohnen. Nach dem Öffnen gelten jedoch wieder die Vorgaben für Lagerung und zügigen Verbrauch. Vorgegart ist keine Zusage, dass eine feuchte Mahlzeit unbegrenzt im warmen Gepäck haltbar bleibt.

Wasser und Behälter gehören zur Mahlzeit

Trinkwasser und einen sauberen, lebensmittelgeeigneten Behälter verwenden. Ein beliebiger Filter macht jede Wasserquelle nicht automatisch geeignet. Deckel und Dichtung müssen sich reinigen lassen und während des Transports dicht schließen.

Nur die benötigte Portion ansetzen. Wassermenge und Quellverhalten vorher mit dem gewählten Produkt ausprobieren. Ein zu großer Ansatz wird nicht dadurch besser planbar, dass man ihn länger herumträgt.

Temperatur und Zeit begrenzen die Nutzung

Ein dichter Deckel verhindert keine Keimvermehrung im Essen. Bei leicht verderblichen Zutaten und zubereiteten Speisen muss der Kühlbedarf berücksichtigt werden. Die CDC nennt für leicht verderbliche Lebensmittel höchstens zwei Stunden ohne Kühlung, bei Temperaturen über etwa 32 °C höchstens eine Stunde.

Über Nacht eingeweichte Mahlzeiten mit Kühlbedarf gehören deshalb in den Kühlschrank, nicht über Stunden an den Rucksack in die Sonne. Auch Körperwärme ist keine hygienische Methode zur Beschleunigung der Zubereitung. Für unterwegs eine Mahlzeit wählen, deren Vorbereitung und Verbrauch unter den tatsächlichen Bedingungen zusammenpassen.

Den Nutzen für die Tour abwägen

Ohne Kocher entfallen Brennstoff und ein Teil der Ausrüstung. Dafür bleiben Trinkwasserbedarf, Behälterreinigung, mögliche Wartezeit und die Akzeptanz kalter Mahlzeiten. Das aufgenommene Wasser wird später mitgegessen; es entsteht nicht neu.

Cold Soaking ist eine Möglichkeit innerhalb der Verpflegungsplanung. Direkt essbare Lebensmittel sind eine weitere. Eine Tour muss nicht auf ein ungeprüftes Einweichrezept angewiesen sein, nur weil kein Feuer vorgesehen ist.