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Ripstop | ein verstärktes Gewebe mit unterschiedlichen Eigenschaften

Ripstop bezeichnet ein Gewebe mit regelmäßig eingewebter Verstärkung, häufig als sichtbares Gitter. Diese Struktur kann die Ausbreitung eines Risses erschweren. Sie macht den Stoff jedoch nicht unzerreißbar. Ob ein Ripstop-Gewebe für Kleidung, eine Plane oder einen Beutel geeignet ist, hängt außerdem von Faser, Gewicht, Beschichtung und Verarbeitung ab.

Ripstop-Gewebe mit aufgesetztem Reparaturflicken
Repariertes Ripstop-Gewebe

Was das Verstärkungsgitter leistet

Die wiederkehrenden stärkeren Fadenbereiche sollen verhindern, dass eine örtliche Beschädigung ungehindert weiterläuft. Ein Schnitt, ein durchgescheuerter Bereich oder eine Überlastung kann trotzdem mehrere Gitterfelder betreffen. Ein sichtbares Ripstop-Muster allein erlaubt deshalb keine Aussage darüber, wie viel Belastung ein fertiges Ausrüstungsteil verträgt.

Auch zwei Stoffe mit ähnlich großem Gitter können sich deutlich unterscheiden. Ein sehr leichter Stoff für einen Packsack erfüllt eine andere Aufgabe als ein schweres Gewebe an einem stark beanspruchten Gepäckstück.

Gewebe und Oberflächenbehandlung getrennt betrachten

Ripstop-Gewebe gibt es unter anderem aus Nylon und Polyester. Der Stoffname beantwortet noch nicht, ob Luft oder Wasser hindurchtreten können. Das hängt wesentlich von der konkreten Ausführung und einer vorhandenen Beschichtung ab.

Ein beschichtetes Silnylon kann beispielsweise wasserdicht und zugleich nicht atmungsaktiv sein. Das ist für eine Regenplane eine andere Eigenschaftskombination als für ein Bekleidungsteil. Eine wasserabweisende Behandlung, auf der Tropfen zunächst abperlen, ist ebenfalls nicht mit einer dichten Fläche gleichzusetzen.

AngabeWas sie beschreibt
RipstopEine Struktur des Gewebes
Nylon oder PolyesterDas verwendete Fasermaterial
Denier, beispielsweise 20DEine Angabe zur Fadenfeinheit
Gramm pro QuadratmeterDie Masse einer bestimmten Stofffläche
Beschichtung und WassersäuleZusätzliche Angaben zur Ausführung und zum geprüften Widerstand gegen Wasserdurchtritt

Beim Gewicht darauf achten, ob der Anbieter das unbeschichtete Grundgewebe oder den fertigen Stoff beschreibt. Für das Gewicht des eigenen Projekts wird der tatsächlich verarbeitete Zustand benötigt.

Die Auswahl an der Aufgabe ausrichten

Für einen einfachen Beutel zählen andere Eigenschaften als für eine wetterbeanspruchte Abspannung. Vor der Stoffwahl deshalb festlegen, ob die Fläche vor allem leicht, luftdurchlässig, dicht oder mechanisch belastbar sein soll. Herstellerangaben sollten zur konkreten Ausführung gehören und nicht nur zur allgemeinen Materialfamilie.

Ein kleines Muster zeigt, wie sich der Stoff anfassen, falten und verarbeiten lässt. Bei einem Nähprojekt können zuerst Naht und Befestigung an einem Reststück ausprobiert werden. Aus diesem Versuch folgt jedoch keine Freigabe für eine Konstruktion, an der Personen gesichert werden sollen.

Reparaturmittel auf die Oberfläche abstimmen

Ein gewöhnlicher Klebeflicken haftet nicht automatisch auf jeder Ripstop-Ausführung. Für silikonbehandelte Stoffe gibt es beispielsweise Flicken mit silikonbasiertem Klebstoff. Vor der Reparatur Material und Beschichtung klären und die Anleitung des passenden Reparaturmittels beachten.

Auch die Stelle des Schadens ist entscheidend. Ein kleines Loch in einer wenig belasteten Fläche ist anders zu beurteilen als ein eingerissener Befestigungspunkt oder eine beschädigte tragende Naht. Nach der Reparatur kontrollieren, ob die vorgesehene Funktion wieder erreicht wird und ob sich die Beschädigung unter der üblichen Nutzung verändert.

Pflege nach dem fertigen Produkt

Eine allgemeine Wasch- oder Trocknervorschrift für alles mit Ripstop-Muster gibt es nicht. Maßgeblich sind die Pflegeangaben des konkreten Kleidungs- oder Ausrüstungsteils einschließlich Beschichtung, Membran, Nähten und Besätzen. Auch eine Nachimprägnierung sollte zur vorhandenen Oberfläche passen.