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NEMP | Wirkungen von pauschalen Ausfallannahmen trennen

NEMP steht für nuklearen elektromagnetischen Impuls. Gemeint ist eine elektromagnetische Wirkung einer Kernexplosion. Der häufig diskutierte Höhen-EMP, auch HEMP genannt, ist ein besonderer Fall. Er kann große Gebiete betreffen; daraus folgt jedoch nicht, dass jede elektrische Einrichtung im betroffenen Gebiet zwangsläufig zerstört wird.

Radio und Elektronik in abschirmenden Metallbehältern
Schutz vor nuklearem EMP

Ein Vorgang mit unterschiedlichen Anteilen

Beim Höhen-EMP werden gewöhnlich drei zeitliche Anteile unterschieden:

  • E1: Ein sehr schneller Anteil, der unter anderem Elektronik und elektrische Isolation beanspruchen kann.
  • E2: Ein mittlerer Anteil, dessen Wirkung in bestimmten Betrachtungen mit blitzbedingten Beanspruchungen verglichen wird.
  • E3: Ein langsamer Anteil, der insbesondere für großräumige elektrische Netze relevant ist.

Diese Einteilung erklärt, warum ein einzelnes Schutzbauteil nicht sämtliche Aufgaben übernimmt. Ein Vergleich mit einem Blitz oder einer geomagnetischen Störung beschreibt jeweils bestimmte Wirkungen; die Ereignisse sind nicht identisch.

Die Verbindung zum Gerät zählt mit

Elektrische Leiter können Energie aufnehmen und an angeschlossene Geräte weitergeben. Deshalb gehören Strom-, Signal- und Antennenanschlüsse zur Betrachtung. Daneben ist eine direkte Einkopplung des Feldes möglich. Ein Gerät wird nicht allein durch sein Alter oder die Bezeichnung „analog“ als unempfindlich eingestuft.

Auch Störung und dauerhafter Schaden sind zu unterscheiden. Ein vorübergehender Ausfall, ein nötiger Neustart und ein zerstörtes Bauteil haben unterschiedliche Folgen für die Wiederherstellung.

Direkte Schäden und Versorgungsfolgen

Ein intaktes Mobiltelefon benötigt für viele Funktionen weiterhin ein arbeitendes Netz. Ein unbeschädigtes Heizgerät kann von Strom, Brennstoff oder einer ausgefallenen Regelung abhängen. Umgekehrt beweist der Ausfall einer Dienstleistung nicht, dass sämtliche zugehörigen Geräte beschädigt sind.

Aussagen über die Dauer und räumliche Ausdehnung eines Ausfalls benötigen deshalb ein konkretes Szenario. Eine technische Untersuchung eines bestimmten Stromnetzes lässt sich nicht unmittelbar in eine allgemeine Prognose für Deutschland übersetzen.

Schutz wird als Gesamtsystem geprüft

Technischer Schutz kann Schirmung, geeignete Leitungsführung, Filter und Überspannungsbegrenzung verbinden. Ihre Auslegung und gemeinsame Wirkung werden geprüft. Die bloße Aufbewahrung in einer beliebigen Metalldose belegt keinen definierten Schutzgrad.

Für den Haushalt bleibt die praktische Frage, welche Versorgung bei einem längeren Ausfall fehlt: Trinkwasser, Wärme, Licht, Information oder notwendige medizinische Unterstützung. Dafür werden erreichbare Alternativen geplant. Ein geschütztes Ersatzgerät ist erst dann nützlich, wenn auch seine Stromversorgung, sein Zubehör und die benötigte Gegenstelle verfügbar sind.

Nukleare Gefahren umfassen zudem mehr als elektromagnetische Wirkungen. Eine Schirmhülle für Elektronik ist kein Schutzraum für Menschen. Amtliche Warnungen und konkrete Schutzanweisungen behalten Vorrang vor Vermutungen über die Ausfallursache.