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dPMR | Digitalfunk im 6,25-kHz-Raster

dPMR bedeutet Digital Private Mobile Radio. Der ETSI-Standard beschreibt digitalen Sprech- und Datenfunk mit Frequenzmultiplexzugriff, kurz FDMA. Ein Übertragungskanal liegt dabei im 6,25-kHz-Raster. Das unterscheidet die Technik vom bei DMR Tier II und III verwendeten Verfahren mit zwei Zeitschlitzen innerhalb eines 12,5-kHz-Kanals.

Zwei digitale Handfunkgeräte neben einer Ladeschale
dPMR ermöglicht digitalen Sprechfunk auf dafür vorgesehenen Frequenzen.

dPMR ist nicht DMR

Die ähnlich klingenden Abkürzungen stehen für unterschiedliche Funkverfahren. Ein reines DMR-Gerät und ein reines dPMR-Gerät können ihre digitalen Sprachsignale nicht allein deshalb gegenseitig verstehen, weil dieselbe Frequenz eingestellt ist. Manche Geräte unterstützen zusätzlich analogen Funk. Ein gemeinsamer Analogbetrieb ist dann nur möglich, wenn beide Geräte dafür geeignet und entsprechend eingestellt sind.

dPMR446 und professionelle Systeme

ETSI TS 102 490 beschreibt die vereinfachte Ausführung für kurze Direktverbindungen. Entsprechend ausgelegte dPMR446-Geräte können im Rahmen der nationalen PMR446-Regelungen betrieben werden. Ein frei programmierbares Betriebsfunkgerät wird durch Einstellen einer 446-MHz-Frequenz nicht automatisch zu einem zulässigen PMR446-Gerät.

Die professionelle Systemfamilie nach ETSI TS 102 658 unterscheidet drei Betriebsarten:

  • Mode 1: direkte Verbindung zwischen Funkgeräten ohne Relais.
  • Mode 2: Betrieb mit Relais und entsprechender Infrastruktur.
  • Mode 3: verwaltetes Bündelfunknetz mit Kanalzuweisung.

Kompatibilität praktisch prüfen

Für die Zusammenarbeit zählen der tatsächlich unterstützte Standard, die Betriebsart und die Konfiguration. Auch die verwendete Sprachcodierung und optionale Dienste müssen zueinander passen. Ein offener Standard schafft dafür eine Grundlage; er ersetzt keinen Funktionstest der vorgesehenen Geräte und Softwarestände.

Textnachrichten, Standortdaten oder Verschlüsselung sind mögliche Produktfunktionen. Weder eine bestimmte Verschlüsselungsstärke noch ein allgemeiner Zugang zu behördlichen Funknetzen ergibt sich aus dem Begriff dPMR. Frequenzzuteilung und Zugangsberechtigung sind gesonderte Fragen.

Ein Funknetz passend zum Einsatz beurteilen

Ein schmaler Kanal beseitigt keine Abschattung durch Gelände oder Gebäude. Für eine belastbare Verbindung werden die geplanten Standorte, Antennen, Energieversorgung und Gegenstellen gemeinsam betrachtet. Relais können ein Versorgungsgebiet erweitern, benötigen dafür aber selbst eine funktionierende Versorgung.

Für eine kleine Gruppe ist außerdem wichtig, wer die Geräte konfiguriert und Fehler beheben kann. Eine technisch mögliche Zusatzfunktion ist wenig hilfreich, wenn sie vor Ort nicht bedient wird oder mit den Geräten der übrigen Teilnehmer nicht zusammenarbeitet.