Doomer | eine pessimistische Sicht auf die Zukunft
Doomer ist eine informelle englische Bezeichnung für jemanden, der die Zukunft sehr pessimistisch beurteilt oder einen weitreichenden Niedergang erwartet. Das Wort wird in unterschiedlichen Internetmilieus verwendet und kann eine Selbstbeschreibung, eine Fremdzuschreibung oder eine zugespitzte Figur in einem Meme sein. Eine einheitlich organisierte Doomer-Bewegung lässt sich daraus nicht ableiten.

Doomer und Prepper bezeichnen Verschiedenes
Beim Begriff Doomer steht eine Zukunftserwartung im Vordergrund. Prepping bezeichnet dagegen Vorbereitungshandlungen. Jemand kann einen schweren Zusammenbruch erwarten, ohne Vorräte anzulegen. Umgekehrt kann ein Haushalt Wasser und Lebensmittel bereithalten, ohne einen Zusammenbruch der Gesellschaft für wahrscheinlich zu halten.
Beide Begriffe können auf dieselbe Person zutreffen. Die Gleichsetzung führt jedoch zu falschen Annahmen darüber, warum Menschen vorsorgen und welche Ereignisse sie erwarten.
Keine festgelegte Persönlichkeit
Aus der Bezeichnung folgen keine verlässlichen Aussagen über Bewaffnung, soziale Kontakte, politische Ansichten, Wohnform oder den Umfang eines Vorrats. Auch eine psychologische Diagnose ist sie nicht. Wer den Begriff verwendet, sollte daher den konkreten Zusammenhang benennen: Geht es etwa um Zukunftspessimismus in Klimadebatten, um ein Internet-Meme oder um die persönliche Erwartung eines wirtschaftlichen Kollapses?
Erwartungen von Entscheidungen trennen
Für die eigene Vorsorge ist eine überprüfbare Fragestellung hilfreicher als ein Etikett. Welche Störung könnte den eigenen Haushalt betreffen? Welche Folgen wären besonders schwer? Welche Vorbereitung hilft auch dann, wenn die befürchtete Großkrise ausbleibt?
Ein Beispiel ist eine länger unterbrochene Stromversorgung. Licht, Kommunikationsmöglichkeiten und ein angemessener Vorrat können dafür einen nachvollziehbaren Nutzen haben. Ob jemand sich selbst als Doomer bezeichnet, verändert diese konkrete Aufgabe nicht. Behauptungen über einen angeblich unvermeidlichen Zusammenbruch müssen unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit begründet werden.





