Countertracking | Spurenlage und Verfolgung einordnen
Countertracking bezeichnet Maßnahmen, die das Verfolgen einer Person anhand ihrer Spuren erschweren sollen. Der Begriff wird besonders im militärischen Umfeld verwendet. Tracking und Countertracking sind auch Themen im Combat-Survival-Grundkurs. Er ist vom Tracking, dem Auffinden und Deuten von Spuren, und von bloßer Unauffälligkeit zu unterscheiden.

Eine Spur ist mehr als ein Fußabdruck
Bewegung kann den Boden, Pflanzen und Gegenstände verändern. Zu einer Lagebeurteilung können außerdem Beobachtungen, zeitliche Zusammenhänge und technische Informationen beitragen. Dass auf einem einzelnen Untergrund kein deutlicher Schuhabdruck zu sehen ist, beweist daher nicht, dass eine Person nicht verfolgt werden kann.
Verbreitete Vereinfachungen
Rückwärtsgehen, das Betreten eines Wasserlaufs oder das Einreiben mit Schlamm ergeben keine allgemeine Garantie gegen Erkennung. Eine vermeintliche Spurenvermeidung kann zusätzliche Auffälligkeiten schaffen oder die eigene Sicherheit verschlechtern. Ebenso wenig lassen sich Hundesuche, visuelle Spurensuche und elektronische Ortung mit demselben einfachen Mittel zuverlässig ausschließen.
Für zivile Notlagen richtig einordnen
Wer sich verirrt hat und gesucht wird, verfolgt ein anderes Ziel: auffindbar bleiben, den Standort übermitteln und nach Möglichkeit eindeutige Signale geben. Das Verwischen eigener Spuren kann die Suche erschweren. Bei tatsächlicher Bedrohung durch eine Person stehen der Weg zu einem geschützten Ort und die Alarmierung zuständiger Hilfe im Vordergrund.
Spurenlesen lässt sich in einer kontrollierten Übung lernen, indem Veränderungen dokumentiert und anschließend mit dem bekannten Ablauf verglichen werden. Dabei wird Beobachtetes von Vermutungen getrennt. Aus einem einzelnen vermeintlichen Zeichen sollte keine Gewissheit über Anwesenheit, Absicht oder Entfernung anderer Menschen entstehen.





