Ein Cache ist im Prepping und Survival ein verborgener Vorrat, der strategisch angelegt wird, um im Notfall eine zusätzliche Sicherheitsebene zu haben. Er soll verhindern, dass man bei Verlust der Ausrüstung oder beim Ausfall des Hauptlagers ohne Mittel dasteht. Der Begriff Cache bedeutet Versteck, Depot oder Lager und hat eine lange Tradition in militärischen, jagdlichen und zivilen Kontexten. Schon Jäger und Sammler legten Vorräte an, um saisonale Engpässe zu überbrücken. Auch Expeditionen hinterließen Depots mit Nahrung und Ausrüstung, um Rückwege zu sichern. Für Prepper ist der Cache eine bewährte Methode, Redundanz zu schaffen und Risiken zu reduzieren.
I. Zweck eines Caches
Der Cache erfüllt mehrere Funktionen. Zum einen ist er eine Notfallreserve, die das Überleben sichert, wenn andere Vorräte verloren gehen. Zum anderen verteilt er Ressourcen auf verschiedene Standorte. Wer alle Vorräte an einem Ort lagert, läuft Gefahr, durch Brand, Diebstahl oder Naturereignisse alles gleichzeitig zu verlieren. Mit einem Cache kann man Verluste abfedern und sich eine zweite Chance verschaffen. Ein weiterer Zweck liegt in der Flexibilität. Entlang von Fluchtrouten können kleine Depots dafür sorgen, dass man mit weniger Gepäck starten und unterwegs wieder auffüllen kann. So wird der Weg leichter und die Reichweite größer.
Caches sind außerdem psychologisch wertvoll. Sie geben das Gefühl, nicht alles auf eine Karte setzen zu müssen. Das Wissen, dass irgendwo zusätzliche Ausrüstung verborgen liegt, sorgt für Ruhe und Gelassenheit in einer unsicheren Situation.
II. Standortwahl
Der Standort entscheidet über den Nutzen eines Caches. Er muss einerseits erreichbar sein, andererseits darf er nicht auffallen. Eine gute Balance zwischen Erreichbarkeit, Unauffälligkeit und Sicherheit ist notwendig. Abgelegene Orte im Wald, ungenutzte Grundstücke, Industrieanlagen oder unauffällige Stellen am Stadtrand sind typische Beispiele. Wichtig ist, dass der Standort auch nach Jahren noch erkennbar bleibt, ohne dass Dritte ihn zufällig entdecken.
Die Umgebung sollte so gewählt werden, dass natürliche Gefahren ausgeschlossen sind. Überflutungsgebiete, Hanglagen mit Erosionsgefahr oder Gebiete mit starkem Wildwechsel sind ungeeignet. Ebenso problematisch sind Orte, die in Zukunft bebaut oder stärker genutzt werden könnten. Ein Cache braucht Konstanz.
Zur Orientierung nutzt man besser mehrere Merkmale in Kombination. Ein einzelner markanter Baum ist keine gute Wahl, weil er gefällt werden kann. Besser sind unscheinbare Linien aus mehreren Bäumen, Geländekanten, Steine oder markante Formen im Gelände. Wer GPS nutzt, muss bedenken, dass Daten verloren gehen oder in falsche Hände geraten können.
III. Tarnung
Ein Cache lebt von der Tarnung. Frisch umgegrabene Erde ist selbst für ungeübte Augen sichtbar. Deshalb ist es wichtig, nach dem Eingraben den Boden so herzurichten, dass er nicht auffällt. Laub, Äste und Steine helfen dabei. Auch die Art des Grabens ist entscheidend. Flache, breite Gruben hinterlassen weniger auffällige Spuren als tiefe schmale. In städtischen Umgebungen können andere Verstecke genutzt werden: Keller, Mauernischen, stillgelegte Schächte oder unauffällige Räume in verlassenen Gebäuden.
Tarnung bedeutet auch, keine offensichtlichen Markierungen zu hinterlassen. Ein auffälliges Kreuz oder ein Steinmuster ziehen eher Aufmerksamkeit an. Die Kunst besteht darin, den Ort so natürlich wirken zu lassen, dass niemand Verdacht schöpft.
IV. Behälter und Verpackung
Der Behälter ist das Herzstück des Caches. Er muss wasserdicht, robust und unauffällig sein. Typische Behälter sind Kunststofffässer mit Schraubdeckel und O-Ring, große PVC-Rohre mit Endkappen oder stabile Munitionskisten. Für kleinere Depots bieten sich wasserdichte Outdoor-Boxen an. Entscheidend ist, dass sie Feuchtigkeit, Frost und mechanischen Belastungen standhalten.
Im Inneren sollte man mehrschichtig verpacken. Lebensmittel kommen in vakuumierten Beuteln oder Mylar-Bags mit Sauerstoffabsorbern. Metallteile werden eingeölt oder in Rostschutzpapier eingewickelt. Medikamente lagern dunkel, trocken und mit Trockenmitteln. Elektronik gehört in separate Beutel, Batterien werden getrennt aufbewahrt. Eine klare Kennzeichnung hilft, Inhalte schnell zu erkennen.
V. Inhalt
Der Inhalt richtet sich nach dem Zweck des Caches. Ein Transit-Cache entlang einer Route enthält vor allem Dinge, die unterwegs gebraucht werden: Wasseraufbereitungstabletten, Energieriegel, Taschenlampe, Batterien, Feuerzeug, Messer, leichte Kleidung und etwas Bargeld.
Ein größerer Cache nahe einer Bug-Out-Location kann schwerere Dinge beinhalten. Dazu zählen Konserven, Saatgut, Werkzeuge, Treibstoff, ein kleiner Kocher oder Ersatzkleidung. Auch Dokumentkopien wie Ausweise, Versicherungsunterlagen oder medizinische Daten können sinnvoll sein.
Medizinische Ausrüstung darf nicht fehlen. Ein kleines Erste-Hilfe-Set, Schmerzmittel, Desinfektionsmittel und persönliche Medikamente gehören in fast jeden Cache. Hygieneartikel wie Seife, Zahnbürsten oder Handschuhe werden oft unterschätzt, sind aber entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen.
Typische Kategorien für Cache-Inhalte sind:
- Wasser und Wasseraufbereitung
- Nahrung und Kalorienlieferanten
- Kleidung und Wetterschutz
- Lichtquellen und Energie
- Werkzeuge und Multitools
- Medizinische Versorgung
- Dokumente und Bargeld
VI. Wartung und Rotation
Ein Cache darf nicht sich selbst überlassen werden. Vorräte haben Ablaufdaten, Batterien verlieren ihre Ladung, Verpackungen altern. Deshalb ist es notwendig, regelmäßig zu kontrollieren und Inhalte zu erneuern. Ein Rhythmus von ein- bis zweimal pro Jahr ist sinnvoll. Dabei wird geprüft, ob der Behälter intakt ist, ob Feuchtigkeit eingedrungen ist und ob alle Materialien noch verwendbar sind.
Die Rotation erfordert eine gute Dokumentation. Wer mehrere Caches betreibt, muss genau wissen, was wo liegt, wann es eingelagert wurde und wann eine Erneuerung nötig ist. Notizen auf Papier oder verschlüsselte digitale Dateien helfen, den Überblick zu behalten. Diskretion ist auch hier entscheidend. Niemand sollte bemerken, dass an einer bestimmten Stelle regelmäßig gearbeitet wird.
VII. Rechtliche Aspekte
Rechtlich ist die Anlage von Caches nicht überall erlaubt. Auf fremdem Grund kann sie als Hausfriedensbruch oder Sachbeschädigung gewertet werden. In Naturschutzgebieten ist das Anlegen von Depots verboten. Deshalb sollte man Standorte sorgfältig auswählen und im Zweifel lieber eigenes oder sicheres Gelände nutzen.
Auch ethische Fragen spielen eine Rolle. Ein Cache darf nicht zur Gefahr für andere werden. Chemikalien, Sprengstoffe oder unsichere Behälter haben dort nichts zu suchen. Das Ziel ist Sicherheit, nicht Risiko.
VIII. Psychologische Wirkung
Der psychologische Wert eines Caches ist groß. Zu wissen, dass man nicht alles auf einmal verlieren kann, gibt Sicherheit. In einer Krise, in der viele Menschen panisch reagieren, hat derjenige mit einem Cache das Gefühl, vorbereitet zu sein. Dieses Gefühl wirkt beruhigend und kann in stressigen Situationen entscheidend sein. Selbst wenn ein Cache nie gebraucht wird, wirkt er wie eine mentale Versicherung.
IX. Strategische Verteilung
Erfahrene Prepper setzen nicht auf einen einzigen Cache, sondern auf mehrere. Die Devise lautet: lieber viele kleine Depots als ein großes. Wird ein Cache entdeckt oder zerstört, bleiben andere erhalten. So entsteht ein Netz von Rückfallebenen, das die Chancen auf langfristiges Überleben deutlich erhöht.
Caches können entlang von Routen, in der Nähe von Bug-Out-Locations oder an wichtigen Knotenpunkten angelegt werden. Sie sollten unterschiedlich groß sein: kleine Notfall-Caches mit Minimalversorgung und große Depots mit Vorräten für Wochen. Auf diese Weise entsteht eine gestaffelte Struktur, die flexibel genutzt werden kann.