Ein Außenposten, im Englischen Outpost genannt, ist im Bereich von Prepping und Survival eine ausgelagerte Einrichtung außerhalb des Hauptlagers oder der primären Unterkunft. Er dient dazu, Sicherheit zu erhöhen, Ressourcen zu verteilen und Handlungsspielräume in Krisensituationen zu erweitern. Ursprünglich ist der Begriff militärischer Herkunft, wo Außenposten als vorgeschobene Stützpunkte oder Beobachtungsstellen eine zentrale Rolle in der Sicherung von Territorien und Truppenbewegungen einnahmen. Übertragen auf die Krisenvorsorge beschreibt der Außenposten ein Mittel, Risiken zu streuen, Frühwarnsysteme einzurichten und Rückzugs- oder Ausweichmöglichkeiten zu schaffen.
I. Historischer Hintergrund
Außenposten haben eine lange Tradition. Schon in der Antike errichteten Armeen vorgeschobene Stellungen, um den Feind zu beobachten und Angriffe frühzeitig abzuwehren. Im Mittelalter entwickelten sich Wachtürme, befestigte Gehöfte und kleine Burgen entlang von Handelsrouten zu einer Form von Außenposten. Sie sollten Bewegungen registrieren und gleichzeitig Schutz für reisende Händler oder Bauern bieten.
In der Kolonialzeit nutzten europäische Mächte Außenposten, um ihre Präsenz in fremden Gebieten zu sichern. Oft waren sie mit wenigen Soldaten besetzt, die Handelsposten, Missionsstationen oder Rohstofflager bewachten. Auch in der Grenzgeschichte Nordamerikas spielten Außenposten eine entscheidende Rolle: Sie dienten als Schutz gegen Überfälle, als Stationen für Versorgungszüge oder als kleine Forts für Siedler.
Mit der Entwicklung moderner Armeen blieben Außenposten ein fester Bestandteil der Taktik. Besonders im 20. Jahrhundert, in den beiden Weltkriegen sowie in Kolonialkonflikten, waren sie für Beobachtung, Funkaufklärung und Versorgung unverzichtbar. Die Erfahrungen aus diesen Epochen prägen noch heute die Vorstellung von Außenposten als vorgeschobenen, aber meist kleineren Strukturen, die das Hinterland absichern.
II. Übertragung auf die Krisenvorsorge
In der Prepper-Szene wurde das Konzept Außenposten adaptiert, um Krisenszenarien besser abzusichern. Ein einzelnes Hauptlager ist verletzlich: Es kann entdeckt, geplündert oder durch Naturereignisse unbrauchbar werden. Außenposten dienen hier als Ergänzung und Redundanz. Sie können dazu beitragen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, alternative Ressourcen bereitzuhalten oder Rückzugsräume zu schaffen, die nicht unmittelbar mit dem Hauptlager verbunden sind.
Ein Außenposten ist nicht zwingend dauerhaft besetzt. Oft handelt es sich um vorbereitete Orte, die im Ernstfall aktiviert werden. Entscheidend ist die Funktion: Sie reichen von Beobachtungspunkten über Zwischenlager bis zu Notunterkünften. In jedem Fall erweitert der Außenposten die Handlungsoptionen und verteilt Risiken auf mehrere Standorte.
III. Typen und Funktionen
Im Kontext von Prepping und Survival lassen sich verschiedene Typen von Außenposten unterscheiden:
- Beobachtungsposten: Kleine Stellungen, die strategisch so angelegt sind, dass sie Wege, Zufahrten oder Geländeschnitte überwachen können. Sie dienen der Früherkennung von Bedrohungen.
- Zwischenlager: Versteckte oder getarnte Depots mit Lebensmitteln, Wasser, Ausrüstung oder Brennstoffen. Sie reduzieren die Gefahr, bei einem Angriff oder Verlust des Hauptlagers komplett ohne Vorräte dazustehen.
- Notunterkünfte: Provisorische oder dauerhafte Bauwerke, die als Rückzugsmöglichkeit dienen, falls das Hauptlager kompromittiert ist.
- Kontaktpunkte: Verabredete Orte, an denen Gruppenmitglieder sich treffen können, wenn Kommunikation oder Koordination im Hauptlager ausfällt.
Diese Typen können je nach Bedarf kombiniert werden. Ein Zwischenlager kann zugleich als Notunterkunft dienen, ein Beobachtungsposten kann mit Funk ausgestattet sein und damit die Funktion einer Kontaktstelle übernehmen.
IV. Standortwahl und Planung
Die Wahl des Standorts ist für die Funktionalität eines Außenpostens entscheidend. Dabei gelten mehrere Prinzipien:
- Abstand zum Hauptlager: Ein Außenposten sollte nahe genug sein, um im Notfall schnell erreicht werden zu können, aber weit genug entfernt, damit seine Entdeckung nicht automatisch das Hauptlager verrät.
- Tarnung: Außenposten müssen so angelegt sein, dass sie nicht ins Auge fallen. Natürliche Geländeformen, Vegetation oder verlassene Gebäude bieten Deckung.
- Erreichbarkeit: Zugänge sollten unauffällig und möglichst über mehrere Routen erreichbar sein. Wege, die Spuren hinterlassen, sind zu vermeiden.
- Funktionalität: Je nach Zweck muss der Standort Sichtlinien für Beobachtung bieten, Trockenheit für Lagerung garantieren oder Sicherheit für einen längeren Aufenthalt schaffen.
Eine sorgfältige Planung berücksichtigt nicht nur die Anlage, sondern auch den Unterhalt. Vorräte müssen regelmäßig kontrolliert und erneuert werden, Tarnungen überprüft und Kommunikationsmittel gewartet werden.
V. Außenposten in der praktischen Nutzung
In der Praxis können Außenposten sehr unterschiedlich aussehen. In ländlichen Regionen bieten sich Jagdhütten, alte Schuppen oder selbstgebaute Unterstände an. In städtischen Gebieten können es leerstehende Keller, Garagen oder kleine Werkstätten sein. Wichtig ist die Unauffälligkeit. Ein Außenposten, der offensichtlich ausgebaut ist, weckt Misstrauen und könnte zum Ziel werden.
Ein Beispiel aus amerikanischen Prepper-Foren zeigt die Einrichtung von Außenposten entlang einer Zufahrtsstraße. In einem Waldstück nahe der Straße wurde ein kleiner getarnter Unterstand angelegt, ausgestattet mit Fernglas, Funkgerät und Notrationen. Aufgabe dieses Außenpostens war es, potenziell herannahende Gruppen frühzeitig zu melden, damit das Hauptlager reagieren konnte.
Ein anderes Beispiel ist die Nutzung von Außenposten als Cache-Punkte. Dort lagern Vorräte in wasserdichten Behältern, die eingegraben oder in unauffälligen Strukturen deponiert sind. Damit bleibt die Versorgung auch dann gesichert, wenn das Hauptlager verloren geht.
VI. Sicherheit und Verteidigung
Außenposten können auch eine aktive Rolle in der Verteidigung einnehmen. Als vorgeschobene Linie sind sie geeignet, Bewegungen zu überwachen und Zeit zu gewinnen. Eine kleine Gruppe kann dort Störungen oder Ablenkungen durchführen, um das Hauptlager zu entlasten. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass Außenposten verletzlich sind. Werden sie entdeckt, können sie das Hauptlager indirekt gefährden. Deshalb ist die Tarnung meist wichtiger als die Befestigung.
In manchen Prepper-Gruppen wird diskutiert, ob Außenposten bewaffnet besetzt sein sollten oder ob sie besser unbemannt bleiben. Die Entscheidung hängt von der Gruppengröße, den Ressourcen und der erwarteten Bedrohung ab.
VII. Grenzen und Risiken
Die Einrichtung von Außenposten ist ressourcenintensiv. Sie erfordern Material, Zeit und oft auch Personal. Kleinere Gruppen oder Einzelpersonen können Außenposten nur eingeschränkt nutzen. Hinzu kommt das Risiko der Entdeckung: Ein kompromittierter Außenposten kann nicht nur Vorräte verlieren lassen, sondern auch Rückschlüsse auf das Hauptlager zulassen. Deshalb setzen erfahrene Prepper auf Redundanz – mehrere kleine Außenposten statt weniger großer.
VIII. Integration ins Gesamtkonzept
Ein Außenposten ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer Gesamtstrategie. Er ergänzt Vorratshaltung, Rückzugsorte und Fluchtpläne. In Kombination mit Beobachtung, Funkverbindungen und dezentralen Vorräten erhöht er die Resilienz einer Gruppe erheblich. Ohne klare Einbindung ins Gesamtkonzept ist er hingegen eine Belastung, die mehr Aufwand als Nutzen erzeugt.