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  5. Feuerbohrer

Was bedeutet: Feuerbohrer

  • Team-Survival
  • 16. November 2025 um 12:44
  • 17. November 2025 um 23:07
  • 49 mal gelesen
  • Feuerbohrer – Wiki
    Feuerbohrer

    Der Feuerbohrer gehört zu den klassischen primitiven Methoden, um ohne Feuerzeug, Streichhölzer oder moderne Zündmittel ein Feuer zu entfachen. Er kommt mit sehr einfachen Mitteln aus: Holz, Reibung und einer sauberen Technik. Wer den Feuerbohrer beherrscht, hat nicht nur eine Backup-Methode für den Ernstfall, sondern versteht Feuer, Materialien und den eigenen Körper deutlich besser.

    In mitteleuropäischen Wäldern ist der Feuerbohrer keine „schnelle Lösung“, sondern ein Handwerk, das gut vorbereitet und regelmäßig trainiert werden muss. Im Survival-Kontext ist er deshalb weniger eine spontane Notlösung, sondern eher ein Werkzeug, um Fähigkeiten zu schärfen und im Idealfall eine zusätzliche Option zu gewinnen.

    I. Was ist ein Feuerbohrer?

    Beim Feuerbohrer wird eine hölzerne Spindel mit Hilfe eines Bogens auf einem Feuerbrett gedreht. Durch den Anpressdruck und die hohe Drehzahl entsteht am Kontaktpunkt feines Holzmehl. Dieses Holzmehl wird durch die Reibung so stark erhitzt, dass sich eine kleine, kompakte Glutnase bildet.

    Sobald die Glut stabil ist, wird sie in ein vorbereitetes Zunderbündel umgesetzt. Dort wird sie vorsichtig angeblasen, bis das Zundernest in Flammen aufgeht und später auf eine vorbereitete Feuerstelle übertragen werden kann.

    Wichtig ist dabei die richtige Erwartungshaltung: Der Feuerbohrer ist kein Trick, den man nach einem kurzen Video und fünf Minuten Herumprobieren beherrscht. Es handelt sich um eine handwerkliche Technik, bei der Materialauswahl, Körperhaltung, Rhythmus und Timing zusammenspielen. Wer sich die Mühe macht und regelmäßig übt, kann ihn realistisch nutzen – alle anderen sollten ihn eher als Trainingswerkzeug sehen.

    II. Physikalisches Prinzip: Reibung, Holzmehl und Glutnase

    Das physikalische Prinzip ist einfach, aber in der Umsetzung anspruchsvoll. Die Spindel dreht sich im Loch des Feuerbrettes und schabt dabei kontinuierlich feine Holzpartikel ab. Diese Späne sammeln sich in der Kerbe und werden durch Reibungswärme immer heißer, bis sie schließlich zu glimmen beginnen.

    Entscheidend sind drei Punkte:

    • ausreichender Anpressdruck der Spindel auf das Feuerbrett
    • ausreichende Drehzahl durch den Bogen
    • passende Holzpaarung, die ein feines, dunkles und gut entzündliches Holzmehl erzeugt

    Wenn Temperatur und Menge des Holzmehls stimmen, bildet sich eine Glutnase, die für einige Zeit selbstständig weiterglimmt. Das Ziel der gesamten Technik besteht darin, diesen Moment möglichst zuverlässig zu erreichen und die Glut anschließend sicher weiterzuverarbeiten.

    III. Bestandteile eines Feuerbohrer-Sets

    Ein funktionierender Bogenfeuerbohrer besteht im Kern aus fünf Teilen: Spindel, Feuerbrett, Druckstück, Bogen und Zunderbündel. Alle Elemente können im Wald improvisiert werden, funktionieren aber deutlich besser, wenn sie bewusst geplant und angepasst sind.

    Die Bohrspindel ist ein gerader Holzstab, der oben im Druckstück läuft und unten im Loch des Feuerbrettes greift. In der Praxis haben sich Längen zwischen etwa zwanzig und dreißig Zentimetern bewährt. Der Durchmesser liegt üblicherweise im Bereich von rund eineinhalb bis zweieinhalb Zentimetern. Das Holz sollte möglichst gerade gewachsen sein, mit längs verlaufender Faser und ohne ausgeprägte Astlöcher im Arbeitsbereich. Das untere Ende wird leicht zugespitzt, jedoch nicht nadeldünn, damit die Kontaktfläche groß genug bleibt. Das obere Ende wird stark abgerundet, um die Reibung im Druckstück zu verringern.

    Das Feuerbrett ist eine flache Holzleiste, in der die Spindel läuft. Seine Dicke bewegt sich meist zwischen einem und zwei Zentimetern, die Breite zwischen drei und sechs Zentimetern, die Länge ungefähr bei zwanzig bis dreißig Zentimetern. Entscheidend ist eine gleichmäßige Dichte ohne große Äste im Bohrbereich. Zunächst wird mit der Spindel ein Loch „eingelaufen“, also ohne Kerbe gebohrt, bis sich eine klare Mulde gebildet hat. Anschließend wird vom Rand aus eine V-förmige Kerbe bis in dieses Loch geschnitzt. In dieser Kerbe sammelt sich das heiße Holzmehl und bildet später die Glutnase.

    Das Druckstück sitzt oben auf der Spindel und nimmt den Druck der oberen Hand auf. Es sollte möglichst hart und glatt sein, damit möglichst wenig Reibung entsteht. Geeignete Materialien sind Hartholz, Knochen, Stein oder Holz mit einem extra eingefügten Lager: zum Beispiel ein Blatt mit etwas Öl oder Fett, ein dunkler Harzfilm oder ein glatter Stein, der in eine Mulde eingesetzt wird. Die Form des Druckstücks sollte so gestaltet sein, dass es sicher in der Hand liegt und Druck gerade nach unten weitergeben kann.

    Der Bogen liefert die Drehbewegung. Ein leicht gebogener Ast von etwa vierzig bis sechzig Zentimetern Länge genügt völlig. An den Enden wird eine Schnur befestigt, die leicht gespannt ist, ohne durchzuhängen. Die Spindel wird einmal in diese Schnur eingewickelt. Beim Vor- und Zurückziehen des Bogens dreht sich die Spindel dann schnell hin und her. Als Schnur eignen sich Paracord, robuste Naturfaserschnur oder ein Lederriemen, wichtig ist eine ausreichend hohe Reißfestigkeit und etwas Grip auf der Spindel.

    Das Zunderbündel ist der Empfänger der Glut. Es wird meistens aus einer feinen Innenlage und einer etwas gröberen Außenlage aufgebaut. In die Mitte kommen hochentzündliche, feine Fasern, außen herum etwas gröberes, luftiges Material. Trockene Gräser, Rohrkolbenflocken, feine Birkenrinde, Fasern aus Brennnesselstängeln oder ähnlichem Pflanzenmaterial sind typische Kandidaten. Das Bündel wird wie ein Nest geformt, in dessen Zentrum später die Glut gesetzt wird.

    IV. Geeignete Holzarten im mitteleuropäischen Wald

    Eine wesentliche Ursache für Frust beim Feuerbohrer ist falsches oder ungeeignetes Holz. Bewährt haben sich eher weichere Hölzer mit gleichmäßiger Dichte. Häufig gut nutzbar sind etwa Fichte, Tanne, Pappel, Weide und Linde. Hasel eignet sich eher als Spindelholz, da es etwas härter sein kann, während das Feuerbrett aus einem weicherem Holz besteht.

    Als Einstieg ist es oft sinnvoll, Spindel und Brett aus demselben, gut trockenen Weichholz herzustellen, beispielsweise aus Fichte oder Pappel. Später kann man mit Kombinationen experimentieren: härteres Holz für die Spindel, weicheres Holz für das Brett. Grundsätzlich sollte das Holz trocken, nicht modrig, frei von starker Harzansammlung im Bohrbereich und ohne sehr dunklen, harten Kern sein. Tote, trockene Äste, die noch in der Krone hängen, liefern deutlich besseres Holz als Material, das bereits lange auf dem Boden liegt.

    V. Vorbereitung von Spindel, Feuerbrett und Druckstück

    Die Spindel wird zunächst von Rinde befreit und geglättet. Dadurch fasst sie sich besser und lässt sich sauber in die Schnur einwickeln. Das untere Ende wird leicht konisch zugespitzt, während das obere Ende stärker abgerundet wird. Kanten und Splitter werden entfernt, um Verletzungen zu vermeiden. In der Praxis hat sich eine Spindellänge von gut zweiundzwanzig bis fünfundzwanzig Zentimetern für viele Menschen als angenehm handhabbar erwiesen.

    Beim Feuerbrett wird die Oberseite geglättet, damit das Brett stabil aufliegt und die Spindel sauber geführt wird. Mit der Spindel bohrt man zunächst ein erstes Loch, ohne Kerbe, etwa einen Zentimeter vom Rand entfernt. Sobald eine deutliche Bohrmulde vorhanden ist, wird eine V-förmige Kerbe vom Rand bis in das Loch geschnitzt, ungefähr in der Größe von einem Achtel eines Kreises. Unter diese Kerbe legt man ein dünnes Holzplättchen, ein Blatt oder ein Stück Rinde, um später das Holzmehl und die Glut sauber auffangen zu können.

    Das Druckstück wird so vorbereitet, dass die Spindel oben sicher läuft. Die Mulde darf nicht zu tief sein, soll aber verhindern, dass die Spindel herausrutscht. Um die Gleitfähigkeit zu erhöhen, kann man ein wenig Fett, Harz oder Pflanzenöl hinzufügen oder ein glattes Lager aus Stein oder Metall integrieren. Ziel ist immer, dass die Reibung im Druckstück möglichst gering bleibt, damit die meiste Energie unten im Feuerbrett in Wärme umgesetzt wird.

    VI. Arbeitsplatz und Körperhaltung

    Der Arbeitsplatz sollte eine stabile Unterlage bieten. Nasser Waldboden, tiefes Laub oder Matsch sind ungünstig, weil das Feuerbrett wackelt und Feuchtigkeit in das Material zieht. Eine kleine Unterlage aus Holz, Rinde oder trockenem Boden ist deutlich besser. Zunder, Reserve-Spindel und weitere Hilfsmittel sollten in Griffweite bereitliegen, damit man während des Bohrens nicht umsortieren muss.

    Eine klassische Körperposition besteht darin, mit einem Knie auf dem Boden zu stehen, während das andere Bein über der Spindel positioniert wird. Der Unterschenkel fixiert dabei das Feuerbrett. Der Oberkörper ist leicht nach vorne gebeugt, sodass der Druck aus Schulter und Oberkörper gerade nach unten auf das Druckstück übertragen wird. Die obere Hand stabilisiert das Druckstück, die untere Hand führt den Bogen.

    VII. Vom ersten Zug zur Glut – Ablauf in der Praxis

    Zuerst wird die Spindel einmal in die Bogenschnur eingewickelt und mit der unteren Spitze in das vorbereitete Loch im Feuerbrett gesetzt. Das Druckstück kommt oben auf die Spindel, die obere Hand gibt stabilen, aber noch nicht maximalen Druck. Jetzt beginnt ein „Warmbohren“. Dabei wird mit mittlerer Geschwindigkeit und moderatem Anpressdruck gearbeitet, bis sich deutlich Holzmehl in der Kerbe sammelt und die Bohrmulde sich sauber ausformt.

    Sobald das Holzmehl dunkler wird und erste Rauchspuren sichtbar sind, kommt die entscheidende Phase. Druck und Geschwindigkeit werden erhöht, der Bogen wird mit vollem Bewegungsumfang geführt. Hier ist es wichtig, nicht zu früh aufzugeben: Die entscheidenden Sekunden liegen oft am Ende dieser Belastungsphase. Bleibt man konsequent dabei, bildet sich in der Kerbe eine kompakte, dunkelbraune bis schwarze Holzmehlkugel, die selbstständig weiterraucht.

    Nun hört man auf, den Bogen zu bewegen, nimmt vorsichtig Druck von der Spindel und lässt alles einen Moment ruhen. Die Glutnase soll in Ruhe „sitzen“, bevor sie bewegt wird. Erst dann wird das Feuerbrett behutsam angehoben oder leicht gekippt, sodass die Glut auf das vorbereitete Plättchen oder direkt in das Zunderbündel gleitet. Hektische Bewegungen oder wildes Pusten können die Glut in diesem Moment schlicht zerstäuben.

    Im Zunderbündel wird die Glut in die feine Innenlage gesetzt. Dann beginnt das Anblasen: ruhige, gleichmäßige Atemstöße oder vorsichtiges Fächeln mit der Hand. Das Bündel wird dabei allmählich geschlossen, damit sich die Hitze sammelt. Wenn alles passt, beginnt das Zunderbündel zu glühen und schließlich lodernde Flammen zu bilden, die anschließend in eine vorbereitete Feuerstelle überführt werden.

    VIII. Typische Fehler und wie man sie vermeidet

    Viele Fehlschläge beim Feuerbohrer lassen sich auf wiederkehrende Ursachen zurückführen. Häufig ist die Holzpaarung unpassend, zu hart, zu harzhaltig oder zu feucht. In solchen Fällen entsteht zwar Rauch, aber das Holzmehl wird nicht heiß genug, um eine Glut zu bilden. Besser ist es, mit bewährten Weichhölzern zu arbeiten und wirklich trockenes Material auszuwählen.

    Ein weiterer Klassiker ist zu wenig Druck und zu geringe Drehzahl. Wenn das Holzmehl hell bleibt und schnell auskühlt, fehlt Energie. Die Bohrphase sollte mit zunehmendem Druck und beschleunigter Bewegung enden, nicht mit einem vorsichtigen „Auslaufen“. Auch zu frühes Abbrechen ist häufig: Sobald Rauch sichtbar wird, hat man noch nicht gewonnen, sondern steht kurz vor der entscheidenden Phase, in der die Glutnase überhaupt erst entsteht.

    Feuchte Umgebung und nasser Untergrund machen die Aufgabe unnötig schwer. Deshalb lohnt es sich, das Feuerbrett auf eine trockene Unterlage zu legen und Holz aus trockenen inneren Bereichen von Ästen oder Stämmen zu gewinnen. Schlechte Körperhaltung, wackelige Bretter oder eine Spindel, die ständig aus dem Loch springt, vernichten ebenfalls Energie. Eine stabile, geübte Position spart Kraft und Nerven.

    Auch das Zunderbündel ist oft ein unterschätzter Faktor. Grobe, halbnasse Halme oder zu kompakt gepresste Nester „ersticken“ die Glut. Besser ist ein luftiges Nest mit sehr feiner, knochentrockener Innenlage, die den ersten Funken zur Flamme bringen kann.

Praxis zum Thema „Feuerbohrer“

Für diesen Begriff liegt noch keine spezifische Erklärung vor. Ronny vermittelt im Survival Training in Thüringen die Grundlagen zu Feuer, Shelter, Wasser und Orientierung: Mehr zum Training.

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Inhaltsverzeichnis

  • I. Was ist ein Feuerbohrer?
  • II. Physikalisches Prinzip: Reibung, Holzmehl und Glutnase
  • III. Bestandteile eines Feuerbohrer-Sets
  • IV. Geeignete Holzarten im mitteleuropäischen Wald
  • V. Vorbereitung von Spindel, Feuerbrett und Druckstück
  • VI. Arbeitsplatz und Körperhaltung
  • VII. Vom ersten Zug zur Glut – Ablauf in der Praxis
  • VIII. Typische Fehler und wie man sie vermeidet

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