Hat jemand von euch schon mal den Pechoro-Komi-Pfad oben im russischen Ural gemacht? Bin mir gar nicht sicher, wie bekannt der ist. Klar, für die meisten klingt Russland erstmal weit hergeholt – aber landschaftlich ist das irgendwie nochmal ne ganz andere Nummer. Moor, Tundra, Birken, komplett abgeschieden. Keine Hütten, nur Spuren von alten Sammler-Siedlungen, öfter mal Elch oder Luchs gesehen. Total basic, also alles mitschleppen, Wasser filtern, GPS ist Pflicht.
Tizzy
- Mitglied seit 3. August 2025
- Letzte Aktivität:
15. April 2026 um 19:41
Beiträge von Tizzy
-
-
„Klar, kalt, am besten frisch vom Himmel oder dem Gletscher – so stellt man sich doch ideales Trinkwasser vor.“ Aber wie ihr schon angesprochen habt, ist das zu kurz gedacht. Ich hatte mal eine kleine Tour in den Alpen, da gabs tatsächlich tagelang nix außer Schmelzwasser. Erst nach zwei Tagen hab ich gemerkt, dass ich trotz viel Trinken Kopfschmerzen gekriegt hab. Rückblickend wahrscheinlich echt so’n Mineralmangel-Ding gewesen. 😬
Mir leuchtet daher total ein, dass der Elektrolythaushalt (also Natrium, Kalium usw.) echt kritisch werden kann, wenn man sich nur mit „toten“ Wässern über Wasser hält. Wasservergiftung klingt immer erst wie’n Scherz – bis man versteht, dass’s tatsächlich „zu viel“ des Guten geben kann. Und das, obwohl einem immer gepredigt wird, genug zu trinken… Das ist dann so’n klassischer Survival-Tipp, der schnell zum Bumerang wird, wenn man die Mineralien vergisst. Ein bisschen Salz oder sogar ein Stück Brühepulver im Rucksack macht plötzlich irgendwie viel mehr Sinn, oder halt zur Not improvisieren und ein bissl Erde/Stein mit im Wasser… wobei man sich da auch schnell was anderes einfängt.
Völlig unterschätzt, finde ich, wird auch, wie schnell so ein Zustand kippen kann – vor allem wenn man schwitzt, sich viel bewegt, oder weniger als sonst isst. Das gibt ja den nächsten Haken: Gerade mit Notnahrung (Pemmikan, Trockenzeugs) ist der Elektrolytnachschub oft auch eher mau. Und dann knallt’s im Körper doppelt… Ich bin mir auch nicht 100% sicher, wie viel „natürlicher“ Dreck (also Erdkontakt) reicht, um ein bisschen Mineralien ins Wasser zu bringen, ohne bakteriologisch ein Problem zu verursachen.
-
Mir ist es beim letzten Trip im Allgäu wieder passiert, dass Zecken sich oft an Stellen festsetzen, die man beim schnellen „Abklopfen“ komplett vergisst – z. B. am Haaransatz oder hinterm Knie. Seitdem pack ich mir immer einen kleinen Taschenspiegel (so einen alten Klappspiegel von meiner Oma, ehrlich gesagt) mit ein. Hilft mega beim Kontrollieren an schlecht sichtbaren Stellen, vor allem, wenn man alleine unterwegs ist. 👀
Wegen dem Fuchsbandwurm... Mir hat mal ein Förster gesagt, dass die meisten Infektionen wohl über ungewaschene Hände laufen, und nicht mal unbedingt über die Beeren selbst. Seitdem hab ich immer so kleine (wirklich winzige) Seifenblättchen dabei – wiegen nix und reichen für mehrere Wäschen am Bach.
-
was mich mal interessiert, warum eigentlich PET-Flaschen das Nonplusultra beim SODIS sind und ob man da in Extremsituationen flexibler denken kann. Klar, die PETs lassen viel UV-A durch und sind leicht, aber stolpere ich z.B. mal über eine alte Glasflasche ohne Beschichtung – würd die auch tun, oder? Die Methode ist ja schon smart, aber ein Punkt kommt selten hoch – die Wetterlage. In Mitteleuropa haste auch mal vier Tage Dauerregen oder so diesiges Licht, dann war’s das mit SODIS.
Wer weiß, er ist länger unterwegs oder muss’s für die Familie machen, mal drüber nachgedacht, provisorische „SODIS-Regale“ aus Holz und Draht zu bauen? Man erhöht die Fläche und genaues Ausrichten zur Sonne klappt besser, als wenn Flaschen einfach im Gras liegen und schattig werden.
-
Wer sich jedes Mal mit diesen endlosen Packlisten plagt, scheint irgendwie nie zu kapieren, dass 90% davon nur Platzfresser sind. Brauchst du wirklich das fünfte „Notfall-Taschenmesser“? Oder drei verschiedene Hightech-Laternen? Ernsthaft… das meiste Zeug ist entweder doppelt oder komplett überflüssig. Für mich läuft’s auf Schlafsack, Isomatte, ein Regenponcho (der taugt im Zweifel auch als Tarp-Ersatz), Feuerstahl, Wasserfilter, ein Messer und, ja, verdammt nochmal, Klopapier (alles andere ist romantischer Unsinn). Essen: simpel, kalorienreich, kein Schnickschnack. Wer sich für jedes Wehwehchen noch einen Luxusartikel in den Rucksack stopft, hat Wildnis nie wirklich begriffen.