Wie kann ich unterwegs mein Messer schärfen?

Zusammenfassung

In der Diskussion über das Schärfen von Outdoormessern unterwegs wurden verschiedene Methoden und Techniken erörtert. Teilnehmer berichteten von ihren Erfahrungen mit klassischen Werkzeugen wie Wetzstahl und Schleifsteinen, betonten jedoch auch die Nützlichkeit improvisierter Lösungen. So wurden Alltagsgegenstände wie Gürtelschnallen, Flusskiesel und sogar Tassenböden als effektive Alternativen genannt, um die Klinge in Notsituationen wieder scharf zu bekommen. Einige Nutzer empfahlen, ein Stück Leder oder Polierpaste mitzunehmen, um die Schneide zu pflegen, während andere auf die Möglichkeit hinwiesen, Asphalt als letzte Option zu nutzen. Insgesamt zeigt die Diskussion, dass es viele kreative Ansätze gibt, um Messer unterwegs zu schärfen, auch wenn die Ergebnisse variieren können.
  • Hallo liebe Outdoorer,

    welche Methode ist unterwegs am effektivsten um sein Outdoormesser zu schärfen? Ist es der leichte Taschen-Wetzstahl, der kompakte Schleifstein oder etwas anders?

    Und wie geht man damit um, wenn das Messer unerwartet stumpf wird? Gibt es Techniken, die man ohne zusätzliches Equipment anwenden kann, um die Schneide ein wenig aufzufrischen? Ich habe ja schon gehört, dass man im Notfall mit einem Stein und Wasser oder sogar einer Keramiktasse improvisieren kann. Ist da was dran oder eher doch ein Survival-Mythos?

    Grüße,
    Overloard

  • Mir ist auf längeren Touren mal aufgefallen, wie schnell so ein Messer nach ein paar Tagen mit viel Holzarbeit in die Knie gehen kann, selbst wenn es am Anfang rassiermesserscharf war. Klassische Lösungen wie Wetzstahl oder ein kleiner Kombistein sind ja bekannt, was aber oft unterschätzt wird, ist der improvisierte Einsatz von Alltagsgegenständen.

    Ich hab zum Beispiel bei ein paar Übernachtungen im Brandenburger Forst mein als "unzerstörbar" beworbenes Messer mit einer alten Gürtelschnalle wieder scharf bekommen. Die glatte Metallrückseite taugt in Verbindung mit einem Hauch Spucke als Notfall-Stropp. Ist natürlich kein Ersatz für einen feinen Lederriemen oder echten Abziehstein, aber man merkt einen Unterschied und kommt zumindest noch ein paar Schnitte weiter, bevor es ernst wird.

    Auch Flusskiesel funktionieren besser als ihr Ruf, aber da kommt's echt auf die Gesteinsart an. Ich hatte mal mit einem flachen Granitstein Glück, der ähnlich körnig war wie ein grober Schleifstein. Wichtig ist, die Bewegung schön flach zu halten und nicht zu viel Druck zu geben. Ein bisschen Wasser schadet auch nicht, dann gleitet die Klinge besser.

    Was ich noch empfehlen kann: Wer eh immer einen Paracord-Schlüsselanhänger dabeihat, kann den mit Polierpaste (z.B. Zahnpasta, ehrlich!) und ein paar Zügen über die Schneide als Stropp missbrauchen. Habe damit auf einer Zwei-Tages-Tour mal das Taschenmesser recht zuverlässig „aufgeweckt“. Klar, das bringt keine Wunder, aber bevor gar nix mehr geht… 😉

    Hat von euch jemand schon mal mit Ton von Bachläufen experimentiert? Da sehe ich noch Potenzial, aber so recht trau ich mich an diese matschige Nummer noch nicht ran.

  • Ich hab schon öfter gemerkt, dass selbst ein guter Schleifstein zu Hause nichts nützt, wenn man ihn draußen nie dabei hat… Deshalb hatte ich mal ein paar Wochenlang diesen kleinen DC4 von Fällkniven in der Hemdtasche, funktioniert, hab ihn aber dann verloren. Was bei mir tatsächlich unterwegs schon öfter funktioniert hat: ein ordinärer, flacher Flusskiesel (gern nass machen), der eher fein ist. Damit kann man mit leichten, regelmäßigen Zügen die schlimmste Stumpfheit rauskriegen, fühlt sich archaisch an, klappt aber überraschend gut, zumindest für nen Tag. Tassenboden als „Keramikstein“ hab ich ehrlich gesagt nie getestet, aber das Prinzip klingt logisch. Ich frag mich manchmal, wie viel davon auch Kopfsache ist… aber so kommt jedenfalls der nötige Grat ans Messer zurück. Wer hat da vielleicht schon mit anderen Impro-Materialien rumprobiert?

  • Für unterwegs habe ich immer einen kompakten Messerschärfer von Lansky dabei. Ich verwende den Schärfer mit Keramikelementen, da Stahlelemente Carbonstahl beschädigen. Meine Messer bekomme ich damit ganz einfach sehr scharf. Der Schärfer ist handlich, leicht und sehr effektiv. Die gebräuchlichsten Schleifwinkel sind bereits vorgegeben.

  • Ich hab manchmal einfach ein dünnes Stück Leder dabei, ein alter Gürtel oder so, zum Abziehen reicht das schon oft, gerade wenn’s nur ums Nachschärfen zwischendurch geht. Das klappt mit etwas Zahnpasta als Schleifmittel aufm Leder sogar noch besser, kein Witz – nimmt den Grat ganz gut weg. Und falls gar nichts mehr geht und wirklich alles fehlt: Asphalt (der glatte Bordstein, nicht der grobe Schotter), so als letzte Option… Hab ich im absoluten Notfall mal gemacht, besser als nix, aber halt nicht so super für die Klingengeometrie.

  • Ich hab unterwegs tatsächlich öfter mal das Problem gehabt, dass mein Messer mitten in der Pampa plötzlich doch nicht mehr so scharf war wie gehofft – hängt wahrscheinlich auch davon ab, wie viel Holz ich damit bearbeite. In solchen Situationen habe ich mir schon mal mit Kieseln geholfen. Funktioniert, solange es nicht um die allerletzte Rasur-Schärfe geht und man keinen zu guten Hightech- Stahl hat. Klar, optisch hübsch ist mein Messer davon nicht geworden, aber ging im Notfall.

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