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Team-Survival

Geocaching - die moderne Schnitzeljagt

Geocaching? Was ist das? Das habe ich mich auch gefragt, als meine Frau mir ein Buch zum Lesen empfahl. „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers - mit Geocaching zurück zur Natur“ von Bernhard Hoecker. Dieses Buch hat sie bei einer Sonderaktion für einen Euro gekauft. Der Autor ist lustig im Fernsehen, vielleicht ist sein Buch ja auch lustig. Und wir sind auch gerne in der Natur unterwegs. Innerhalb weniger Tage war das Buch ausgelesen. Begeistert von der Idee, ein Geocacher zu werden, überreichte meine Frau mir das Buch und forderte mich auf, es schnell zu lesen und meine Meinung zu diesem Hobby kundzutun.

Als auch ich dann begeistert zu Ende gelesen hatte, wussten wir beide: wir wollen Geocacher werden. Vielleicht war dies ja eine Möglichkeit, auch unsere Kinder freiwilliger raus zu bekommen. Hinaus in die Natur, „Tupperdosen suchen“. So wurde für uns ein neuer Zeitvertreib gefunden. Schon am nächsten Tag überfielen wir einen Outdoor-Laden auf der Suche nach einem GPS-Gerät. Nach kurzer Beratung durch den Verkäufer und Absprache, welches Gerät für uns sinnvoll ist, entschieden wir uns für ein Einsteigergerät von Garmin. Mit Kartendarstellung, falls wir das mal nutzen wollten. Zu viel Geld wollten wir auch nicht investieren, falls sich das Ganze als Schnaps-Idee herausstellt.

Als nächstes haben wir uns zu Hause nächtelang vor den Computer gesetzt um herauszufinden, wo man sich am besten anmeldet, wie das im Internet funktioniert und was man sonst noch alles so beachten muss. Wir entschieden uns für zwei Plattformen, mit deren Hilfe wir auf „Schatzjagd“ gehen wollten. Das Schwierigste war jetzt noch, einen Namen zu finden, unter dem wir uns in den „Schatzbüchern“ verewigen wollten. Schließlich muss man sich den Namen gut merken und schnell schreiben können. Alles erledigt? Dann kann es ja losgehen!

Erste Schritte

Losgehen. Das war einfacher gesagt als getan. Wo anfangen? Es war Wochenende, und in Deutschland gibt es hunderttausende von Dosen zu finden. Und zum Geburtstag waren wir auch eingeladen. Das kann man nicht so schnell absagen. „Wir können nicht kommen, wir suchen lieber Tupperdosen im Wald.“ Dafür hat man sicher Verständnis. Nein, die bessere Idee war dann diese: Auf dem Weg zum Geburtstagskind liegt doch sicher auch was versteckt. Da kann man ja mal anhalten und alles ausprobieren.

Also auf die Online-Karte schauen, wo wir entlangfahren werden und ob es dort auch „Schätze“ zu finden gibt. Irgendwas leichtes, damit wir auch wirklich fündig werden. Na ja, wenigstens einen haben wir heraussuchen können, der sozusagen auf dem Weg lag. Ein kleiner Parkplatz, ein kurzer Weg am Rande eines Feldes, Bäume entlang des Wegs. Dort irgendwo soll er sich verstecken; unser erster Schatz. Endlich ist es so weit, heute ist unser erster Tag als Cacher! Jetzt bloß nichts zu Hause vergessen. GPS-Gerät, Kugelschreiber, Ausdruck der Beschreibung, Straßenkarte, Auto-Navi.

Noch was? Ach ja, das Geburtstagsgeschenk nicht vergessen. Wir wollen ja eigentlich „nur“ Geburtstag feiern gehen. Mama, Papa, Kinder, alle da, jetzt aber los. Mann ist das aufregend. Am Parkplatz angekommen, wurde erst einmal das Gerät eingeschaltet. Geht’s? Haben wir Empfang? Was zeigt es an? Wo müssen wir lang? Ah, da ist ein Weg, da gehen wir entlang. Auch das Garmin sagt uns, dass wir hier richtig sind. Nur noch wenige Meter trennen uns von unserem Ersten. Piep! Das GPS sagt, wir sind da. Und wo suchen wir jetzt? Na klar, im Gestrüpp, zwischen den Baumstämmen und Ästen. Beobachtet uns auch niemand? Nein, alles frei. Nach kurzer Suche dann etwas Auffälliges entdeckt. Nachgeschaut und gefunden.

Hurra! Unser erster Schatz! Gefunden! So, jetzt ins Buch eintragen (wie war noch gleich unser Name?) und dann zurück zum Auto. Auf dem Parkplatz erst einmal freuen, feiern, glücklich sein. Jetzt noch alles wieder wegpacken und dann los zum Geburtstag. Oh, da kommt ein Auto. Ob das auch Cacher sind? Mal rüber schmumeln. Ja, der Mann hat glaube ich ein GPS-Gerät in der Hand. Freundliches zulächeln, Garmin zufällig sehen lassen. „Na, gefunden?“ - „Klar doch. Viel Spaß.“ - „Gleichfalls. Tschüss“ Geocacher sind also auch nur ganz normale Menschen.

Auf der Geburtstagsfeier angekommen, baten wir auch recht bald darum, mal den Computer benutzen zu dürfen. Schließlich wollten wir uns so schnell wie möglich als „Finder“ eintragen. Also Seite aufrufen, Anmelden, Beschreibung heraussuchen, Fund Eintragen mit Grüßen an die Nachfolger, die wir gesehen haben, Abmelden, fertig. Neues Hobby Nach diesem leichten Erstfund waren wir davon überzeugt, eine neue Freizeit-Beschäftigung gefunden zu haben: das Geocachen. Noch am selben Wochenende sind wir erneut losgezogen, um unsere nähere Umgebung abzusuchen. Die Kinder hatten ebenfalls Spaß dabei, vor allem aber, wenn in den Dosen interessante Dinge zum Tauschen zu finden waren.

Wir haben gelernt, dass es viele verschiedene Arten von Schätzen gibt. Und auch verschiedene Arten, diese zu finden. Manche sind ganz schön schwierig, weil man erst irgendwelche Rätsel lösen muss. Wenn die Lösung richtig ist, dann findet man dort auch einen Schatz. Oder man rennt von einer Stelle zur nächsten, löst dort Aufgaben bis man endlich die letzte (meist große) Dose gefunden hat. Es gibt auch Dosen auf Bäumen oder unter Wasser. Aber da wage ich mich nicht hin. Dann lieber in verlassenen Bauruinen umherirren, bis man fündig wird. Oder mitten in der Nacht durch einen Wald laufen, mit Taschenlampen nach Reflektoren an Bäumen suchen, um den Weg zum Schatz zu finden. Lustig sind auch so genannte Events. Da treffen sich Geocacher von Nah und Fern, um sich zu unterhalten oder auch bei schweren Aufgaben zu helfen. Oder um verrückte Sachen zu machen, wie Häuser mit Taschenlampen anleuchten, Seifenblasen blasen, gemeinsam zu grillen oder so.

Spaß macht es auch, so genannte Travelbugs auf die Reise zu schicken. Da hat man einen bestimmten Schlüsselanhänger, Dog Tag genannt, an den man irgendetwas befestigt, was man um die Welt schicken möchte. Dieses Teil soll dann von Schatzdose zu Schatzdose wandern. Am besten durch andere Länder oder eben um die ganze Welt. Findet man so etwas in einer Dose, nimmt man es mit und legt es in einer anderen Dose wieder ab. Auf dem Anhänger steht ein individueller Zahlen-Buchstaben-Code, den man auf der Geocaching Internet-Seite benutzt, um den Reiseverlauf für diesen Gegenstand einzutragen. So sieht der Eigentümer dann, wo sich sein Travelbug gerade befindet und wie weit er schon gereist ist.

Nachtrag

Alles in Allem lässt sich sagen, dass dies ein tolles Hobby ist für Leute, die gerne durch Städte und Landschaften gehen. Man sieht die Welt gleich mit ganz anderen Augen. Ein Urlaub wird gleichzeitig zum Schatzsuchen benutzt. Der Urlaubsort wird so gewählt, dass man in der näheren Umgebung viele Dosen suchen kann. Spannend ist auch das Verstecken von Dosen. Hat man den Ort gut gewählt? Kommt jemand auch mal zu meiner Dose? Was sagen die Leute zu diesem Versteck? Leicht oder schwer zu finden, langweilig oder interessant?

Also wir können nur dazu raten, Bücher über das Thema zu lesen, im Internet zu recherchieren und das mal auszuprobieren. Aber Vorsicht, es besteht Suchtgefahr! Es gibt Tage, da möchte man nichts anderes tun als Schätze zu suchen. Aber da macht die Familie dann doch nicht immer mit. Schließlich soll es ja noch etwas anderes geben außer Geocaching. Was war das noch gleich? Irgendwas wie Arbeit, Haushalt, Familie oder so. Weiß auch nicht.

  • Kategorie: Outdoor-Wiki
  • Mittwoch, 13 April 2011
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