Waschbaer Survivor
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Beiträge von Waschbaer

    Schweden und Spanien sind in Bezug auf die Einreise mit Hund unproblematisch (sofern dieser im jeweiligen Land kein sog. Listenhund ist). Der Hund muss lediglich einen EU-Heimtierausweis besitzen (und in dessen Rahmen gechippt sein) und eine gültige Tollwutschutzimpfung haben. Vor der Einreise nach Schweden solltet Ihr Euren Hund beim schwedischen Zoll anmelden und die dadurch erhaltene Registrierungsnummer bei der Einreise dabei haben. Sonst müsst Ihr das bei der Einreise an der Zollstation nachholen und das kann dann etwas länger dauern. Von Anfang März bis Ende August müssen Hunde in Schwenden überall, auch in der Wildnis, an der Leine geführt werden. Ansonsten gilt das nur innerorts das ganze Jahr über, bei Veranstaltungen, auf Campingplätzen etc. In Restaurants, Geschäfte etc. dürfen Hunde in Schweden i.d.R. nicht hinein.


    Auch in Spanien dürfen Hunde i.d.R. nicht in Restaurants, öffentliche Gebäude etc. und auch in öffentlichen Verkehrsmitteln sind zumindest größere Hunde meist verboten. Im Auto dürfen sie nur in einer entsprechend stabilen Box transportiert werden oder es muss ein festes Trenngitter im Auto verbaut sein, welches den Hund vom Fahrer trennt. Mancherorts herrsch eine allgemeine Maulkorbpflicht, so dass auf jeden Fall ein ausreichend tiefer und dem Hund gut passender Maulkorb mitgeführt werden sollte, mit dem er problemlos hecheln und trinken kann (und so ein Maulkorb besitzt bei einem Labrador ein entsprechend großes Volumen, was man beim Wandern berücksichtigen sollte). Leinenzwang wird in den einzelnen Regionen unterschiedlich gehandhabt und ist teilweise auch von der Jahreszeit abhängig. Je nach Jahreszeit gibt es auch Gebiete, die für Hunde komplett gesperrt werden (z.B. Strandabschnitte). Da sollte man sich immer im Voraus gut erkundigen wenn man eine Wandertour in einem bestimmten Gebiet plant.


    Problematisch in Spanien ist das Thema verwilderte Haushunde. Zum einen kann es Ärger mit Hunderudeln geben, die den mitgeführten Hund angreifen. Zum anderen werden diese oft durch Giftköder bekämpft, die dann natürlich auch von Urlauberhunden gefunden und gefressen werden können.


    Wasser muss immer ausreichend für den Hund mitgeführt werden. Man sollte immer vermeiden dass der Hund aus Pfützen und stehenden Gewässern trinkt. Die Gefahr einer Infektion mit Leptospiren besteht immer. Es gibt 200 bis 300 verschiedene Wildserovare, von denen mind. 10 bis 12 für den Hund pathologisch sind. Und nur gegen max. 3 davon kann man "impfen" (auch bei der sog. Lepto4-Impfung, bei der wird ein Lepto-Serovar in zwei Unterarten aufgeteilt). Zudem ist dieser vermeindliche Impfschutz (der sich anders verhält als z.B. eine Impfung gegen Virenerkrankungen und nur auf einer Symptomunterdrückung basiert) zeitlich stark begrenzt. Lt. einer amerikanischen Studie beginnt dieser bereits nach 3 Monaten signifikant nachzulassen. Was unter'm Strich bedeutet dass auch ein gegen Leptospirose geimpfter Hund jederzeit an dieser Krankheit erkranken kann und man ihn deswegen von Quellen, durch die er sich damit infizieren könnte, möglichst fernhalten sollte. Und das sind z.B. Pfützen und stehende Gewässer wie Tümpel, Teiche und Seen. Aber auch von Stellen, an denen man Mäuse und Ratten vermutet, sollte man den Hund wegen einer möglichen Infektionsgefahr fern halten.


    In Spanien kommt die Gefahr einer Infektion durch die sog. Mittelmeerkrankheiten hinzu (Herzwurmerkrankungen, Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose). Da sollte man schon längere Zeit vor einer geplanten Wandertour mit dem heimischen Tierarzt ein Prophylaxeprogramm ausarbeiten und ggf. erforderlichen Mittel (z.B. Repellents) bei der Tour mitführen und regelmäßig anwenden. Dabei sollte im Hochsommer beachtet werden das diese teilweise nicht sehr hohen Temperaturen ausgesetzt werden dürfen, um ihre Wirkung nicht zu gefährden.


    Man sollte bei einer Wanderung mit Hund auch immer einplanen dass dieser erkranken oder sich verletzen könnte. Einen Labrador, der sich z.B. an einer Scherbe den Ballen böse aufgeschnitten oder sich z.B. eine Zehe gebrochen hat, dann vielleicht 10 km oder mehr durch die Wildnis zu tragen bis man eine Beförderungsmöglichkeit oder einen Tierarzt vor Ort findet ist schon eine ziemliche körperliche Herausforderung. Und z.B. beim Fressen eines Giftköders sollte man wissen wo sich in der Gegend, in der man gerade ist, der nächste Tierarzt befindet und wie man den schnell erreichen kann (sowohl telefonisch wie auch mit dem Hund). Dass man eine Notfallapotheke mit sich führt, durch die man auch beim Hund z.B. eine offene Schnittverletzung erstversorgen und vor weiterer Verschmutzung schützen kann, versteht sich ja von selbst. Bereits im Vorfeld einer mehrtägigen Wanderung einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde bei einem Tierarzt zu absolvieren wäre eine gute Entscheidung (viele Tierkliniken und Tierarztpraxen bieten so etwas an).


    Zur Ernährung des Hundes: Auf Wanderungen bietet es sich an aus Gewichtsgründen dem Hund getrocknete Nahrung zu verabreichen. Dass er dann ausreichend Wasser zur Verfügung hat ist ein absolutes Muss !!! Es gibt Trockenfutter, die sehr konzentriert sind, so dass man davon relativ kleine Mengen verfüttern muss. Sog. "BARFer" (also Hundehalter, die ihre Hunde mit Rohfleisch plus Zusätzen ernähren) verwenden bei solchen Gelegenheiten gerne Trockenfleisch, welches man kaufen kann, aber auch im Dörrautomaten selbst trocknen kann. Egal was man auf solchen Urlaubstouren verfüttert, der Hund sollte diese Art der Ernährung schon vorher kennen gelernt haben, so dass diese nicht zu Durchfall führt. Man muss keine Angst davor haben dass solch eine "Urlaubsernährung" evt. etwas einseitig ist. Ein paar Wochen lang verträgt das ein erwachsener Hund. Wichtig ist für ihn ausreichend sauberes, möglichst frisches Wasser und genügend Fett und Proteine in der Nahrung.


    Ansonsten würde ich mich vor jeder geplanten Urlaubstour immer noch einmal genau erkundigen was alles in Bezug auf den Hund gilt in der jeweiligen Urlaubsregion.