INCH (I'm Never Coming Home) vs BOB (Bug out Bag)

  • Ein BOB ist nur für eine bestimmte Zeit, in der Regel für 72 Stunden, ausgelegt. Meinen BOB passe ich z.B. auch den Jahreszeiten an, was die Bekleidung betrifft. Außerdem gehe ich bei der Nutzung eines BOB davon aus, nach einer gewissen Zeit wieder nach Hause zu können, oder an einem anderen Ort (Verwandte, Freunde, Notunterkunft) unterzukommen.


    Ein INCH hingegen ist nach meiner Definition auf eine längere Flucht und damit auf alle vier Jahreszeiten ausgelegt. Außerdem soll er das autarke Überleben, auch in der Natur, sicherstellen. Bei der Nutzung eines INCH gehe ich davon aus, dass ich nicht mehr nach Hause zurückkehren kann.


    Nach meiner Definition unterscheiden sich die Rucksäcke also einfach in Größe und dem Umfang der Ausstattung.

  • Diese Anregungen habe ich mir aus den Videos gezogen.

    Wenn der Fluchtrucksack zusammengestellt ist, sollte man diesen auf jeden Fall mal unter „realistischen Bedingungen“ testen.

    Möchte man z.B. in den Wald zu einem Versteck fliehen, sollte man einige Tage dort verbringen (natürlich inkl. Übernachtung!) und nur die Ausrüstung aus dem Rucksack nutzen. Wenn man dann feststellt, dass wichtige Teile fehlen, kann man den Versuch (je nachdem wie wichtig das Ausrustungsteil wirklich ist) u.U. auch abbrechen. Im Ernstfall geht das natürlich nicht.

  • ja (natürlich) - der häufigste fall bei mir (bisher 3x) war blindgänger - da brauche ich kein zelt, schlafsack, isomatte, essen, brenner, etc. sondern nur papiere, geld, laptop

    und je einmal zuhause hochwasser (da habe ich den 165l sack mit allem was ich kurz tragen konnte vollgemacht) und feuer/rauch - war am schlimmsten - zum glück feuer/rauchmelder und fluchthauben - nur mit unterwäsche (hand)schuhen und feuerlöscher+haligantool übers dach mit der family rausgekommen


    sind nicht so die klassischen szenarien für bob aber eben realistisch


    mr

  • Ich habe nur einen BoB, den ich im Ernstfall nutze. Ich hoffe nicht, dass ich in eine Situation komme, in der ich einen INCH brauche. ?(

    Eine „BoB-Lage“ scheint mir auch realistischer zu sein als eine „INCH-Lage“. Ich gehe davon aus, dass es bei Katastrophenfällen für meine Freundin und mich einen Zufluchtsort geben wird, sodass wir nicht über eine unabsehbare Zeit auf der Flucht sein müssen. Ihre Eltern wohnen ca 400 km von uns entfernt, meine ca 200 km. Es kann natürlich sein, dass wir uns, aus welchen Gründen auch immer, zu Fuß „durchschlagen“ müssen. Da ich aber nur von lokalen Schadensfällen ausgehe, vertraue ich auf die Funktionalität der öffentlichen Verkehrsmittel.

  • BOB, INCH, ich weiß nicht so recht ob das bei uns überhaupt Sinn macht.


    Es gibt in meinen Augen kein Szenario bei dem man Fluchtartig sein Zuhause verlassen müsste, Überschwemmungen lasse ich nicht gelten die kündigen sich an. Das hatten wir jetzt hier bei mir zwei mal und da waren auch nur ganz bestimmte Ortsteile betroffen und die Leute hatten Zeit zu packen.

    Bei vielen anderen Szenarien die so durchs WWW geistern sind die eigenen vier Wände immer noch der sicherste Ort.


    Damit meine ich jetzt nicht das man nicht vorbereitet sein sollte, ich habe Zuhause auch Vorräte, Schlafsäcke, Kerzen, Gas ... aber das Haus verlassen wäre für mich keine Option.

  • ich würde auch immer zwischen einem zivilisations-bob (notebook, geld, papiere ggf. winter boob) und einem bob im eigentlichen sinne unterscheiden


    hochwasser/sturmflut etc. kündigt sich meist an aber das problem sind dammbrüche jeglicher art aber im besonderen von talsperren bzw. im worst-case-szenario  gerölllawienen zugegeben in deutschland kein problem aber in europa waren das ( barrage_de_malpasset, vajont, tesero) bei uns im norden natürlich die sturmflut 1962 und die hochwasser oder 1997 und (in mitteleuropa) von 2009, 2010, 2013 dazu kommen natürlich auch nur in den bergen echte schneelawienen 1951, 1999 aber auch z.b farindola 2017 wäre für die meisten natürlich wenn überhaupt urlaub aber da stellt sich ja auch die frage (oder eigentlich sogar viel mehr nach einem speziellen winter bob)


    und dann natürlich immer wieder feuer (waldbrand, gas explosion) (bzw. abc- unfall etc.) (das für mich einzig realistische szenario für einen zivilisations inch wenn man zeit hat) z.b. auch enschede 2000


    wie gesagt auch immer die frage wo wohnt man in einer metropole (man denke an frankreich 2005) oder in den dünn besiedelten gebieten die geologisch eher gefährlichen sind


    mr

  • Ich orientiere mich natürlich immer nach meinem Wohnort.


    Bei ABC Alarm ist rausgehen die schlechteste Idee die man haben kann, da hilft der BOB im klassischen Sinne überhaupt nichts. Wir hatten ja hier erst im letzten Jahr die Explosion bei der Bayernoil Vohburg, liegt übrigens kaum 1000 Meter Luftlinie von dem Angelfoto an der Donau weg was ich unter Angeln gepostet habe, auch da hätte ein klassischer BOB keinen Nutzen gehabt.

    Überschwemmungen haben wir hier auch relativ regelmäßig auch da bringt ein klassischer BOB wie er von vielen beschrieben wird nichts. Bei Unruhen würde ich die Straße auch erst mal meiden, vor allem wenn man die Hautfarbe hat die dem Feindbild entspricht, denn um aus dem Gebiet zu kommen musst du erst mal auf die Straße.


    Wenn aber jemand in Deutschland oder auch Österreich meint er fühlt sich besser mit einem BOB, so solls mir recht sein.

  • deshalb habe ich ja auch zivilisations-bob geschrieben da ist bei mir z.b unteranderem auch eine atemschutzhaube/ abc-anzug und ein kleine akku flex enthalten enthalten und eben gerade nicht zelt/ iosmatte/ schlafsack/ kochgeschirr etc.


    es ist sicher sehr oft sinnvoll eher zuhause (im sinne der öffentlichen ordnung )zu bleiben aber das kann auch das einzige mögliche fluchtfenster sein z.b. im urlaub zögere ich nicht lange - das hat sich schon zweimal "ausgezahlt" letzten winter sind wir noch rausgekommen und auch schon mal den letzten flieger bekommen bevor alles dicht war gegen die empfehlung des veranstalters - chemieunfall ist ja auch immer so eine sache - häufige ansage zuhause bleiben und fenster zumachen - macht die luft aber nicht besser also wenn würde ich immer so schnell wie möglich weg und komme dann gern wieder wenn alles sauber ist wenn du denn dreck erst mal in den atemwegen/ blutbahn hast bringt dir eine möglich entschädigung auch nichts mehr


    mr

  • Hallo Prepper, Bushcrafter und Survival,


    bitte macht Euch nicht verrückt mit all diesen Ausrüstungen, Notwendigkeiten und dem ganzen, sorry, Zivilistenkram.

    Niemand kann irgendetwas voraussehen, keiner ist durch Ausrüstung gegen irgend etwas geschützt. Ich habe ein ganzes Jahr in Sibirien, bei bis zu minus 40 Grad Celsius überlebt, nur mit einem Kampfmesser bewaffnet.

    Lernt bitte mit der Natur leben, sie bietet unendliche Möglichkeiten.

    Ihr braucht eine wetterfeste Schlafgelegenheit (Shelter), kein Tarp, Zelt oder ähnliches, ihr müsst Feuer machen können, Firesteel, Wasser halbwegs entkeimen ist wichtig und Nahrung haben die Wälder Europas zur genüge, natürlich auch die Flüsse. Wenn ich all das hier lese, die vielen Ausrüstungsgegenstände, was ist das beste Supermesser, der beste Wasserfilter, der wärmste Schlafsack, das beste Kochgeschirr, oh mein Gott!!!

    Seid mir bitte nicht böse, ich bin so eine, wahrscheinlich alte Überlebenssau. Aber soll ich Euch etwas sagen, ich habe überlebt und es hat Spaß gemacht.


    Euer Gerd

  • Das sehe ich anders. Jeder definiert einen Bug-Out-Bag anders. Das kann ein Rucksack mit der besten Ausrüstung sein, die mir ein Leben in der Natur über Kahre hinweg erleichtern kann. Es kann aber genauso gut eine Tasche mit etwas Wechselwäsche, Bargeld und ein paar Dokumenten sein.
    Nur weil man einen Bug-Out-Bag besitzt bedeutet das ja nicht, dass man bei der kleinsten Krise in den Wald flüchten und dort ein neues Leben anfangen möchte.
    Mir fällt auch ehrlich gesagt kein Szenario ein, in dem ich in den Wald abhauen und dort leben würde.


    Selbst wenn es so wäre. Warum sollte ich es mir selber schwer machen und im Fall der Fälle ohne Ausrüstung losziehen? Es kann immer zu unvorhergesehenen Situationen kommen, in denen mir eine gute Ausrüstung „den Arsch retten“ kann.

    Wenn man auf diese Ausrüstung nicht unbedingt angewiesen ist, ist das natürlich ein Vorteil, aber selbst wenn ich ALLES über die Natur wissen würde, würde ich ein Rucksack mit Ausrüstung immer mitnehmen.